Mittwoch, 9. April 2014

Edgar Rai - Die Gottespartitur



AUTOR  Edgar Rai| GENRE Gegenwartsliteratur
ERSCHEINUNGSJAHR 2014 | SPRACHE Deutsch
VERLAG Berlin Verlag | SEITEN 304| PREIS 19,99 € (Gebunden mit Schutzumschlag)





Gabriel Pfeiffer ist Literaturagent und eigentlich recht erfolgreich. Doch dann hatte er vor ein paar Wochen diesen Herzstillstand und seit dem hat ihn die Midlife-Crisis so richtig schön gepackt.

In diesem Zustand chronischer Unlust macht es ihm natürlich keine Freude, dass auch noch die Frankfurter Buchmesse ansteht - als Agent aber natürlich eine Pflichtangelegenheit.
Und gleich am ersten Tag dann diese seltsame Begegnung: ein 17-jähriger Junge spricht ihn an und behauptet er habe eine wichtige Entdeckung gemacht ("Es geht um Gott!"). Natürlich   schenkt Pfeiffer den Behauptungen des Jungen keinen Glauben. Doch dann wird ein paar Tage später in einer bayrischen Dorfkirche die Leiche des Jungen entdeckt. Und nun ist Pfeiffers Interesse an der Story doch geweckt...



Dieses Buch lebt ganz eindeutig von seinem Protagonisten. Pfeiffers Alles-Egal-Haltung, sein zynischer Humor und sein Bedarf an Whiskey siedeln ihn irgendwo zwischen Sympathieträger und Rebell an. Rais Charakterzeichnung (auch bei den Nebencharakteren) überzeugt: man hat das Gefühl, man hat es mit Menschen zu tun. So ergibt sich beim Lesen relativ schnell die Situation, dass man in die Geschichte eintaucht und gar nicht mehr bewusst merkt, dass man liest. Allein schon deshalb ein gutes Buch. 
Rais Schreibstil ist ungemein klug und feinsinnig. Alle realitätsnahen Aspekte (Literaturbetrieb, Musik) erscheinen in meinen Augen sehr gut recherchiert. Dass der Autor sich sehr intentiv mit der Materie beschäftigt hat, lässt sich allein schon aufgrund seines Studiums (Anglistik, Musikwissenschaft) vermuten.
Die Geschichte hat bei mir ein wenig die Erinnerung an Harry Quebert geweckt (eine Person aus dem Literaturbetrieb stellt Nachforschungen bezüglich eines Mordfalls an), allerdings kommt diese Geschichte hier ohne die ganzen Twists and Turns aus und besticht vielmehr durch das fast schon selbstkasteiende Abmühen des Protagonisten.
Und ja, im letzten Drittel geht es dann um Gott. Aber die Thematik nimmt sehr schnell einen philosophischen Charakter an und fokussiert sich auf die Frage, was man eigentlich glauben muss und was nicht. (Rührselige Religiösitätsbejahung ist ja hier schon aufgrund des zynischen Protagonisten kaum möglich). Beim Lesen habe ich mir lange überlegt, wie Rai da wieder herauskommt. Aber ich muss sagen: Chapeau, clever gelöst!



Alles in allem eine sehr überzeugende Geschichte. Für Bücherliebhaber wohl sowieso, denn immerhin spielt das erste Drittel auf der Buchmesse. Rai findet ein gutes Gleichgewicht zwischen Spannung und Charakterstudie, sowie zwischen Humor und Nachdenklichkeit. Der Klappentext-Aufhänger "Es geht um Gott!", mag vielleicht auf den ein oder anderen Agnostiker abschreckend wirken, der Satz "Wie viel kann man glauben?" im Umschlagtext wird dem Buch meiner Meinung nach dann doch eher gerecht.



Dienstag, 1. April 2014

3x3 am Dienstag # 36





Beim 3x3 am Dienstag zeige ich euch in neun Bildern, wie ich meine letzte Zeit verbracht habe. 

Habt ihr Lust dabei zu sein? Na dann her mit euren Alltagsmomenten! Das Logo dürft ihr dafür gerne übernehmen. 
Über Verlinkung würde ich mich natürlich freuen!





© The Lines Between


Ich freue mich so sehr über das schöne Wetter momentan. Die Forsythie vor unserer Haustür strahlt mit der Sonne um die Wette und wenn ich auf der Arbeit Mittagspause mache, dann setze ich mich mit meinem Salat in den Park. Auch der Trenchcoat wurde wieder hervorgeholt, aber in der Sonne braucht man ja nicht einmal mehr den.

Die Tage in Belgien waren schön, wenn auch sehr lernintensiv. Zumindest gut gegessen habe ich / wir. Sushi all you can eat gönnt man sich ja sonst nicht so oft. Und die typisch belgische Waffel (hier mit verboten viel Karamellsoße) wird man hier wohl kaum finden.

Ansonsten versuche ich, möglichst positiv in den Tag zu starten. Eine Portion Porridge mit bunten Früchten macht mir da momentan schnell gute Laune. Die Tage sind schließlich stressig und lang....abends liegt meist das ganze Bett voller Kopien für die Prüfung und ich sortiere von links nach rechts und von rechts nach links. Der Rücken findet die ganze Lernerei auch nicht gut und meckert, wird jetzt aber mit Physiotherapie getröstet...

Ein unerwartetes Highlight war übrigens Edgar Rais neuer Roman Die Gottespartitur. Ich hatte schon fast vergessen wie das ist, so sehr in eine Geschichte einzutauchen dass man gar nicht mehr merkt, dass man liest. Rezension folgt diese Woche!

Montag, 31. März 2014

Montagsfrage 31/03/2014


Gehst du gerne zu Lesungen?




Ja, grundsätzlich gehe ich gerne zu Lesungen. Allerdings ist die Sache ein wenig frustrierend: In meiner Heimatstadt gab es nicht sonderlich viele Lesungen. Da ich am Beginn des Studiums noch relativ viel Freizeit hatte, hätte ich mir da mehr Veranstaltungen gewünscht. Dann bin ich nach Heidelberg gezogen, hier finden andauernd Lesungen statt, doch nun habe ich keine kaum Freizeit mehr....

Ich mag die Stimmung auf Lesungen, dieses gebannte Zuhören. Klar, man muss sich darauf einlassen können und man muss sich mit der Stimme des Autors anfreunden können. (Durch manche Hörbucherlebnisse weiß ich, dass ich zu Lesungen einiger Autoren bestimmt nicht gehen werde...). Ich finde es angenehm, gemeinsam zu Lesungen zu gehen um hinterher bei einem Getränk das Gehörte noch zu reflektieren. Mich freut es, wenn Autoren nach der Lesung von sich aus beginnen, über den Schreibprozess, die Recherche oder ähnliches zu erzählen, bevor die peinliche Stille entsteht, in der niemand sich so recht traut, die erste Frage zu stellen. 




Benedict Wells, Dezember 2011

Einige Lesungen sind mir noch sehr in Erinnerung. Die sympathische Art von Benedict Wells, die Stimme von Zsuzsa Bank, welche einen faszinierend schnell in ihren Bann zieht, oder die atmosphärische Sprache von Dea Loher (gelesen hat hier allerdings ein Schauspieler). Auf der Frankfurter Buchmesse kriegt man natürlich auch einiges mit, allerdings habe ich mich bisher dort nie so richtig auf die Geschichten einlassen können.

Ich freue mich schon auf die Zeit nach dem Studium. Wenn ich endlich wieder Veranstaltungsblättchen durchblättern kann um wieder etwas regelmäßiger 'Geschichten aus erster Hand' zu hören!



Die Montagsfrage wird aktuell gehostet von Nina // Libromanie.

Samstag, 15. März 2014

Antwerpen III - Telegramm

Ich bin dann mal wieder eine Woche weg STOPP Und mal wieder verplant Blogeinträge vorzuschreiben STOPP Hoffentlich mache ich diesmal ein paar nette Fotos, damits zumindest hinterher was zu gucken gibt STOPP Habt eine schöne Woche!

Freitag, 14. März 2014

Freitags-Füller # 85


Ich bin selbst nicht ganz zufrieden damit, dass meine Postings momentan allesamt sehr ähnlich und formularhaft sind. Andererseits bin ich froh, dass ich es in dieser stressigen Zeit überhaupt schaffe, regelmäßig ein paar Gedanken & Einblicke online zu stellen.
Morgen gehts mal wieder für eine Woche nach Belgien. Ich hoffe, ich kann noch den ein oder anderen Beitrag vorschreiben. Dazu aber morgen mehr!


... die Idee für den Freitags-Füller stammt von Barbara von SCRAP-IMPULSE.







1.  In der vergangenen Woche habe ich versucht, mein Lernmaterial zu ordnen. Es ist sooooo viel :-/

2. Mein Fahrrad und ich sind verbunden für's Leben.

3.  Es geht doch nichts über ein richtig gutes großes Frühstück.

4. Ich hatte es fast vergessen, doch: Datteln sind so verführerisch lecker.

5.  Schmeckt ja sowieso immer besser, wenn man es selbst zubereitet...

6.   Bei der ein oder anderen Kommilitonin, die gut mit dem Lernen voran kommt und trotzdem noch ihren Freizeitaktivitäten nachgeht, da frage ich mich schon: wie macht sie das? ...und ich dachte eigentlich immer, ich sei gut organisiert...

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Moment wenn das Zimmer ordentlich & die Tasche gepackt ist, morgen habe ich eine 5-stündige Zugreise nach Antwerpen geplant und Sonntag möchte ich vielleicht den Flohmarkt 'Vogelenmarkt' in Antwerpen besuchen bevor es mit dem Lernen weitergeht !



Montag, 10. März 2014

Montagsfrage 10/03/2014


Gibt es ein Buch, dass du aus Prinzip
(noch) nicht gelesen hast?




Ja, derartige Bücher gibt es in meinem Regal....Ich bin mir nämlich manchmal nicht sicher, ob ich den Hype um gewisse Bücher mitmachen möchte oder nicht. So schön das Gefühl auch sein kann, ein Buch zu lesen von dem man weiß, dass es da draußen gerade sehr viele andere auch lesen, so sehr kann dieser Hype aber auch die eigene Meinung beeinflussen. Finde ich das Buch wirklich so gut? Oder bin ich nur so begeistert, weil ich dann in bestimmten Communities mitreden kann?

Hinzu kommt, dass das Lesen direkt nach Erscheinungsdatum natürlich auch dazu führt, dass das betreffende Buch auf vielen Blogs gleichzeitig auftauchen wird - also nicht gerade klug, wenn man sein Blog von anderen abgrenzen möchte...



Noch eingeschweißte Bücher, die ich aus Prinzip noch nicht gelesen habe...

Der dritte Punkt ist, dass manche Bücher einfach einen bestimmten Zeitpunkt brauchen. Einen Urlaub, eine Gute-Laune-Phase, einen düsteren Novembertag oder einfach ein stressfreies Wochenende. Manche Bücher hebe ich mir deshalb quasi als Belohnung auf. Vielleicht ein bisschen zu lang, wie es bei Gut gegen Nordwind der Fall ist.
Die Gefahr dadurch ist natürlich, dass man eine gewissen Erwartungshaltung in das Buch legt, die dann vielleicht nicht erfüllt werden kann. Aber wie ich mich kenne, wird es mir auch weiterhin passieren, dass ich mir gerade gehypte Bücher kaufe, sie dann erstmal eingeschweißt ins Regal stelle und auf den perfekten Moment warte....

Meine Antwort schließt also das "noch" in der Frage eindeutig mit ein. Aber ein Buch aus Prinzip gar nicht lesen? Als Germanistikstudentin legt man diese Haltung irgendwann von selbst ab, glaube ich. Allerdings werde ich wohl nie einen Vampirroman lesen. Weil ich Vampire eben prinzipiell nicht mag.


Die Montagsfrage wird aktuell gehostet von Nina // Libromanie.

Freitag, 7. März 2014

Freitags-Füller # 84


Die Spatzen fliegen nicht mehr im Energiesparmodus. Der Frühling ist also definitiv im Land! Die Sonne macht gute Laune, aber die Gedanken an diese letzte unheimlich schwere und unheimlich wichtige Prüfung trüben das Ganze gleich wieder. Aber es hilft ja alles nichts, positiv denken heißt die Devise: der letzte Frühling als Studentin!

....Die Idee für den Freitags-Füller stammt natürlich immer noch von Barbara.







1.  Meine Bedingungen an mich selbst sind meistens ziemlich hoch.

2.  Politiker sollten endlich mal auf den Punkt kommen.

3.  Es gibt so viele Dinge, mit denen ich meine Freizeit gerne füllen würde. #basteltrieb

4.  Wenn man die S-Bahn mal wieder um weniger als 5 Minuten verpasst: och nein, bitte nicht .

5. Der letzte Spontankauf per Internet  waren Puzzles! Ich brauche ne neue Ablenkung in der Lernphase die nichts mit Computer und Lesen zu tun hat...

6.   Ist das für uns eigentlich noch ein wichtiger Begriff, die Tradition?

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich nicht auf 3 abendliche Lernstunden in der Unibibliothek , morgen habe ich das Aufräumen des Zimmers geplant und Sonntag möchte ich meinen Lernplan bis Ende April fertig haben und hoffen, dass ich gut in der Zeit bin !