Sonntag, 13. Dezember 2009

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

An der Uni besuche ich gerade ein Seminar zum Thema "Film Art". Dort durchforsten wir quasi die internationale Filmgeschichte nach den Highlights, die maßgeblich zur Entwicklung des Ganzen beigetragen haben. Deshalb habe ich mir dieses Wochenende Nosferatu angeschaut.
Nosferatu ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahr 1922. Der Film gilt als wegweisend für das Genre des Horror- und Vampirfilms und wurde dementsprechend auch in den Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung aufgenommen. Der Plot basiert auf Bram Stoker's Dracula und erzählt eine einfache Storyline:

Junger, dynamischer Typ namens Hutter bekommt den Auftrag, zum Grafen Orlok (dem Vampir) zu reisen, um ihm eine Immobilie zu verkaufen (...). Keine Warnung kann Hutter von seinem Auftrag abbringen, erst im Schloss des Vampirs merkt er, was er sich eingebrockt hat. Die beiden dunklen Male an seinem Hals hält er jedoch für Mosquito-Stiche. Der Vampir verliebt sich in die hübsche Freundin von Hutter und macht sich auf den Weg in Hutter's Heimatstadt. Dort bricht dann die Pest aus, was durch den Vampir verursacht wurde. Die hübsche Freundin von Hutter erfährt, dass eine Jungfrau der Pest ein Ende bereiten kann. Sie opfert sich dem Vampir und stirbt. Der Vampir hat aber im "Liebesrausch" die Zeit vergessen. Es wird hell und er wird zu Rauch.

Leider gibt es aufgrund der wenigen existierenden Kopien kein gutes Bildmaterial von dem Film (kann man ja mal ergooglen), hier nur ein Eindruck:


Und nun mein kurzer Eindruck dazu:
Natürlich darf man nicht vergessen, dass der Film schon von 1922 ist und im Vergleich zu Filmen aus der damaligen Zeit als sehr innovativ gilt (und wohl auch ist). Der Film wurde sehr gelobt und die Darstellung des Vampirs galt damals als die bis dato grauenerregendste Figur in der Filmgeschichte. Filmtechnisch also sehr interessant.
Leider ist der Untertitel des Films "Eine Symphonie des Grauens" heutzutage überhaupt nicht mehr ernstzunehmen. Ich habe mich kein einziges Mal gegruselt, der Vampir machte auf mich eher den Eindruck eines verstörten, humpelnden Opas, der vergessen hat, seine Fingernägel zu schneiden. Und natürlich müssen Informationen und Wörtliche Rede eingeblendet werden, da es ja ein Stummfilm ist, aber leider wird der Film dafür meist fast 20 Sekunden unterbrochen. In der Zeit kann ich den Text bestimmt fünf Mal lesen...Naja, das einzige, was wirklich zum Untertitel passt, ist die Musik. Leider haben mich die sirenenartigen Geräusche aber eher genervt, als mich zum Grauen (?) gebracht.

Letztendlich also filmgeschichtlich sehr interessant, wohl auch im Vergleich zum momentanten Vampir-Hipe. Die Kritik ist hier natürlich hauptsächlich der filmtechnischen Möglichkeiten zu Grunde liegend und darf deshalb natürlich nicht ganz so ernst genommen werden ;-)
(Man sollte aber auch nicht zu viel erwarten.)

1 Kommentar:

  1. Hehe. Ich bin mal gespannt wie man in 20 Jahren über den Fortsetzungswahnsinn der Jetztzeit und Filme wie "Fluch der Karibik" oder auch "Million Dollar Babe" redet.

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