Mittwoch, 23. Juni 2010

Joachim Seidel - HimbeerToni



AUTOR Joachim Seidel | GENRE Belletristik / Unterhaltung
ERSTVERÖFFENTLICHUNG 2010 | SPRACHE Deutsch
VERLAG Piper | SEITEN 214 | PREIS 8,95 € (TB)


Kurzbeschreibung auf der Piper Verlagsseite:
Dass alle ständig Witze über seinen Namen machen, ist für Anton "HimbeerToni" Hornig im Augenblick das geringste Problem. Samstag sollte Party sein, die 25-jährige Auflösung ihrer Band Remo Smash feiern, das war der Plan. Jetzt erzählt ihm seine geliebte Geliebte, dass sie Familie will. Und auch die alten Bandmitglieder haben ihre eigenen Pläne. Allen voran Herr Blümchen, der schon beim ersten Bier durchblicken lässt, dass da grundsätzlich was nicht mehr stimmt.


Inhaltsbeschreibung:


"Dabei bin ich eigentlich 'ne Frohnatur, doch in letzter Zeit [...] fühle ich mich manchmal wie Blödwald der Laue, Erdbeerschorsch und Brausepaul zusammen, kurz: wie der HimbeerToni vom Dienst." (S. 5/6)
In Anton "HimbeerToni" Hornig's Leben läuft es nicht ganz so rund. Er ist mittlerweile über Vierzig und schuftet als 'Textknecht' für verschiedene Verlage. Eigentlich will er ja einen Roman schreiben, aber so richtig klappt das auch nicht. Zum Beispiel auch deshalb, weil ein seltsamer Kosovare mit dem Namen Radulescu Ursu in der Wohnung über ihm auf Stelzen geht. Mittlerweile ist es so weit, dass er seine Probleme in Charts sortiert...
Gerade als nun das 25-jährige-Auflösungsjubiläum seiner Punkband Remo Smash vor der Tür steht, eröffnet Tonis Freundin, Ada Teßloff, ihm, dass sie schwanger sei. (Obwohl sie meinte, dass sie eigentlich keine Kinder bekommen könne...). Und wie dem so ist, Tonis Punkband-Kollegen, Kurtchen, Holgi und Herr Blümchen, kriegen das natürlich sofort mit. Fortan dreht sich in Tonis Leben alles um Adas Schwangerschaft, aber er nimmt auch die Sorgen seine Punkband-Kumpels ernst. Zwischenzeitlich taucht ab und zu der etwas aggressive Polizeimeister Schangeleidt auf, über den Toni aber locker hinweg sieht. Viel mehr fürchtet er, einen Penisbruch erlitten zu haben...


Rezension:
Generell: ein solides Buch. Hier macht schon mal das Cover Lust auf mehr. Joachim Seidel schreibt sehr lebendig und nutzt die wörtliche Rede in voller Form aus. Auch ist das Buch geprägt durch einen lockeren Umgangston, der durch Neologismen wie "Textknecht" oder "auf den Marmel gehen" besticht. Auf gefällt mir die Idee mit den längeren Kapitelüberschriften, sowie den Songs, die über jedem Kapitel stehen. Leider verraten die Kapitelüberschriften manchmal zuviel - da geht Spannung verloren. Teilweise geraten manche Passagen auch ins Klischéhafte. Und die Penisbruch-Episode ist meiner Meinung nach im Verhältnis zum gesamten Text auch zu lang geworden. Irgendwann empfand ich es nicht mehr als witzig, sondern anstrengend.


Fazit?
Netter Roman über Punkkultur und Musik mit humorvollen Anekdoten, der mich persönlich leider nicht komplett mitreißen konnte. Vielleicht doch eher ein Buch für Männer(?)






Das Coverbild entstammt der Piper Verlagsseite.

1 Kommentar:

  1. Hallo Cara, mich hat der Roman damals auch nicht so ganz überzeugt, wenn auch einige sehr amüsante Stellen im Buch waren. ;-P

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