Dienstag, 27. Juli 2010

Christina Helmis - Mein Lollimädchen-Ich



AUTOR Christina Helmis | UNTER MITARBEIT VON Kerstin Dombrowski


GENRE Erinnerungen, Jugendbuch | SPRACHE Deutsch
ERSTVERÖFFENTLICHUNG 2010 | VERLAG Arena
SEITEN 160 | PREIS 9,95 € (Broschiert)


Dies ist der 2. Teil der neuen Arena-Serie "Mein Leben".

Kurzbeschreibung von der Arena Verlagsseite
Um nicht länger für alle das Moppelchen zu sein, hört Christina auf zu essen. Mit 17 Jahren landet sie zum zweiten Mal in der Psycho-somatischen Klinik; bei einer Größe von 1,73 m wiegt sie noch 37 Kilo. Zwei Wochen später wäre sie gestorben, sagen die Ärzte. Aber Christina will leben – und essen. In Briefen, E-Mails und Interviews dokumentiert sie ihren Kampf gegen die heimtückische Krankheit.

Inhalt:
Christina leidet an Magersucht. In diesem Buch erzählt sie, wie sie in die Krankheit hinein geraten ist und auch, wie sie es geschafft hat, wieder in den Alltag zurückzukehren. Sie berichtet von ihren Familienverhältnissen, welche Rolle Freunde gespielt haben in den vier Jahren, in denen sie an der Krankheit litt und sie gibt viel von ihrer Gefühlswelt Preis. Auch erzählt sie von ihren Aufenthalten in zwei Kliniken, die sie besuchte um die Krankheit zu bekämpfen.

Rezension:
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es gibt einen sehr guten Einblick in die Krankheit ohne einerseits zu sachlich oder andererseits zu emotional zu werden. Natürlich fühlt sich der Leser mit Christina verbunden, da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Der Schreibstil ist klar, aber auch sehr lebhaft und jugendlich. Es hat mir sehr gut gefallen, dass die Chronologie aufgebrochen wurde und das Buch an einer Stelle in Christinas Leben einsetzt, an der sie bereits sehr stark unter der Krankheit leidet. So wird der Leser von Beginn an mit dem Ausmaß der Krankheit konfrontiert. Auch hat mir gefallen, dass jedes Kapitel mit einer kurzen Stellungnahme beginnt - sei es Christinas Mutter, ihrem Arzt in der Klinik oder Christinas bester Freundin Lena. Was ich zwiespältig beurteile ist die Beschreibung, wie Christina in die Krankheit hinein gerutscht ist. Dies wird sehr detailliert geschrieben und eben auch mit den positiven Auswirkungen - welches Glücksgefühl man plötzlich spüren kann, wenn man abgenommen hat. Bei jugendlichen Mädchen, die dieses Buch lesen, könnte dies vielleicht zur Motivation führen, auch mal abnehmen zu wollen. Natürlich wird diese 'positive Stimmung' durch die Vorschau des Klinikaufenthaltes geschmälert, sie wird meiner Meinung nach aber nicht komplett ausgeblendet. Das Buch eignet sich, wahrscheinlich auch deshalb, sehr gut um in der Gruppe oder Klasse gelesen zu werden. Es bietet viele Denk- und Diskussionsanstöße.

Fazit: Ein berührendes Buch welches einen sehr guten Einblick in die Krankheit Magersucht bietet. Authentisch und nachdenklich.



Herzlichen Dank an den Arena-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


Das Coverbild und die Kurzbeschreibung entstammen der Arena Verlagsseite.

1 Kommentar:

  1. Mir hat das Buch auch gut gefallen. Deinen Kritikpunkt mit dem Glücksgefühl kann ich nachvollziehen, denn jemand der abnehmen möchte, liest manchmal nur das, was er lesen möchte und alle Bedenken gehen hier rein und da raus.
    Ich habe hier und da auch kritisch beäugt, ob in so einem Buch mit der Thematik vielleicht zuviele "Geheimtipps" für Magersüchtige präsentiert werden, doch in der Hinsicht hat sich Christina in meinen Augen positiv zurückgehalten. Ich denke, es ist schwer, jemandem zu vermitteln, wie diese Krankheit abläuft, ohne dabei bestimmte Tricks einer Betroffenen zu nennen.
    Auf jeden Fall ein aufklärendes und sehr persönliches Buch, das ich besonders für Jugendliche lesenswert halte.

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