Sonntag, 12. September 2010

Paul Grote - Der Champagner-Fonds


AUTOR Paul Grote | GENRE Kriminalroman
ERSCHEINUNGSJAHR 2010 | SPRACHE Deutsch
VERLAG dtv | SEITEN 400| PREIS 8,95 € (TB)


INHALT
Philipp Achenbach liebt seinen Beruf als Wein-Verkoster bei France-Import und geht ihm mit Traditionsbewusstsein nach. Mit seinem Sohn Thomas, BWL-Student, lebt er ihn Köln. Bei den Frauen hat Philipp leider nicht besonders viel Glück.
Seinen Chef, Klaus Langer, kennt Philipp seit 10 Jahren und bisher waren sich die beiden im geschäftlichen Bereich immer auf Augenhöhe begegnet. Doch in letzter Zeit distanzierte sich Langer immer mehr von Philipp. Hinzu kommt der Ärger, dass eine LKW-Ladung aus Bandol einfach nicht in Köln eintrifft. Wurde der LKW vielleicht überfallen?
Als Langer schließlich äußert, dass er sich mit der Firma am Champagner-Fonds beteiligen will und von riesigen Expansionen spricht, steht Philipp dem Ganzen kritisch gegenüber....
Schließlich reist Philipp in die Champagne, um sich die Arbeit des Fonds vor Ort anzusehen. Dort stößt er auf Unstimmigkeiten, die ihn aufhorchen lassen und Betrug erahnen lassen. Als schließlich ein Informant bei einem 'Arbeitsunfall' stirbt, fühlt Philipp sich dazu verpflichtet, Licht in die Angelegenheiten zu bringen...


REZENSION
Ein sehr eigentümlicher Kriminalroman. Vorweg das Positive: Dieser Kriminalroman ist unheimlich gut recherchiert. Man bekommt als Leser das Gefühl, man reist mit Philipp in die Champagne. Die Beschreibungen sind detailliert, ohne zu viel auf Lokalkolorit zu setzen. Das gleiche gilt für die Passagen über die Champagner-Herstellung und Investment-Fonds.
Leider verfängt sich Grote für meinen persönlichen Geschmack allzu sehr in den beschreibenden Passagen - zuviel Außensicht, zu wenig Innensicht und Irreführungen. Das zehrt an der Spannung. Wirklich spannend wurde dieser Kriminalroman meiner Meinung erst ab Seite 120. Die Passagen, in denen Philipp der ein oder anderen Frau näher kommt, sind zwar ein nettes Beiwerk; meiner Meinung nach hätten sich aber ausgefeilter sein können, um ein Gegengewicht für den fachlichen/sachlichen Teil dieses Romans zu liefern. Gut gefallen haben mir hingegen die Passagen, in denen es um Philipp und seinen Sohn Thomas geht.


Fazit:
Ein Kriminalroman, in dem nicht unbedingt die Spannung im Vordergrund steht. Wer gerne Wein trinkt und Frankreich liebt, für den ist dieser Roman sicherlich zu empfehlen. Wer als Leser allerdings Spannung liebt und wer gern auch einmal in die Irre geführt wird, für den ist dieser Krimi nur bedingt zu empfehlen.








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