Freitag, 28. Januar 2011

Freitags-Füller # 15

Den FreitagsFüller habe ich die letzten Wochen ein wenig vernachlässigt. Heute ist er ma wieder dran! Die Idee stammt von Barbara!
(fettgedruckt = meine Antworten)





1. Ich glaube heute war ein ziemlich doofer Tag.

2. Pommes esse ich am liebsten mit den Fingern.

3. Das Dschungelcamp bei RTL habe ich nicht geschaut und werde ich nicht schauen.

4. Ein Lächeln geht immer, sogar in schlechten Zeiten.

5. Was Kaffee angeht, bitte mit ganz viel Milch und zwei großen Löffeln Zucker. Ist es dann noch Kaffee?

6. Ich bin dauernd so müde, das muss am Wetter liegen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein bisschen Faulenzen , morgen habe ich einen Ausflug nach Sheffield geplant und Sonntag möchte ich vielleicht auf einen Berg (Hügel) steigen !

Paulo Coelho - Veronika decides to die



Autor Paulo Coelho | Genre Belletristik
Erscheinungsjahr (brasil.) 1998 | Sprache Englisch
Verlag Harpercollins | Seiten 191 | Preis 7,99€

[Dies ist mein Januar-Beitrag für die I'm in English-Challenge].


Kurzbeschreibung:
Veronika has everything she could wish for - young and pretty, with plenty of attractive boyfriends, a steady job, a loving family. Yet Veronika is not happy and one winter's morning she takes an overdose of sleeping pills, only to wake up some time later in the local hospital. There she is told that although she is alive her heart is now irreparably damaged and she has only a few days to live...

Kurbeschreibung übersetzt:
Veronika hat eigentlich alles was man sich wünschen kann - sie ist jung und hübsch, hat viele attraktive Liebhaber, einen sicheren Job und eine sie liebende Familie. Doch Veronika ist trotzdem nicht glücklich und eines Morgens im Winter nimmt sie eine Überdosis Schlaftabletten, nur um einige Zeit später im lokalen Krankenhaus aufzuwachen. Dort teilt man ihr mit, dass sie - obwohl sie noch am Leben ist - ihr Herz irreparabel geschädigt ist und sie deshalb nur noch einige Tage zu leben hat....

Inhalt:
Veronika ist 24 Jahre alt und wohnt in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Sie führt eigentlich ein gutes Leben. Doch aufgrund einer gewissen Langeweile und der Befürchtung, dass in ihrem Leben nichts Neues mehr passieren würde und dass es deshalb nur noch bergab gehen würde, beschließt sie, mithilfe von Schlaftabletten ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Doch der Selbstmordversuch schlägt fehl und Veronika findet sich in der psychatrischen Anstalt Villette wieder. Sie ist durch diese neue unvorhergesehene Situation zunächst überfordert und das Ganze wird nicht besser, wenn Chefarzt Dr. Igor ihr erklärt, dass ihr Herz so sehr geschädigt ist, dass sie nur noch eine Woche zu leben hat.
Diese Nachricht ist ein Schock für Veronika - hatte sie zunächst sterben wollen, so stellt nun dieser langsame Tod eine Qual für sie da. Auch andere 'Insassen' der Anstalt fühlen sich durch das Schicksal der jungen Frau betroffen. Veronika lernt einige Bewohner von Villette kennen, wie zum Beispiel die depressive Zedka, die ehemals von Panikattacken heimgesuchte Mari und den schizophrenen Eduard. Durch Gespräche mit diesen Personen sowohl durch ihre neu entdeckte Liebe zum Klavierspielen beginnt sie, ihr Leben zu überdenken. Doch wie viel Zeit bleibt ihr noch?

Rezension:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das Cover ist natürlich eher nichtssagend, aber wahrscheinlich werden viele von euch schon von dem ungewöhnlichen Titel gehört haben. Interessant war für mich, dass die Geschichte überraschend spannend war, obwohl gar nicht so viel passiert ist. Mir hat gefallen, dass das Buch passagenweise aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. So konnte man als Leser mehr über die Nebencharaktere erfahren. Coelho arbeitet viel mit Rückblenden und schildert auf einfühlsame Weise, wie die Patienten mit ihren Krankheiten 'klarkommen' und warum man nicht unbedingt verrückt sein muss, um in einer psychatrischen Anstalt zu wohnen. Dies hat mir auch sehr gefallen. Ebenso die Tatsache, dass Coelho es schafft, Kritik am Umgang mit Krankheiten und Kritik an unserer heutigen Welt zu äußern, ohne zu aufdringlich zu sein. Besonders kritisiert er zum Beispiel die Benutzung von Elektroschock-Therapie in psychatrischen Anstalten. Damit hat das Buch einen autobiographischen Bezug, da Coelho selbst in jungen Jahren unter dieser Therapieform leiden musste. Das Thema wurde für mich persönlich sehr gut umgesetzt und die Erzählweise ist sehr 'realitätsnah'. Das Coelho am Anfang der Geschichte aber selbst darin auftaucht, hätte nicht sein müssen. Das Ende hat mich dann sehr schockiert, macht das Buch aber perfekt.

Fazit:
Eine tolle Geschichte und ein verdienter Bestseller. Die Aussage der Geschichte - Carpe Diem - ist zwar offensichtlich, aber nicht zu aufdringlich. Eine weltliche, glaubhafte Erzählung. Ein Tipp zum Schluss: Wenn ihr noch nichts von Coelho gelesen habt, so ist dieses Buch sicherlich ein guter Starter (und fangt nicht wie ich mit Brida an, dass hat mir nämlich ein falsches Bild des Autoren vermittelt...)

Anmerkung zur Sprache:
Da das Buch im Original auf Brasilianisch geschrieben ist, hat es für mich keinen Unterschied gemacht, mir die englische oder die deutsche Version zu kaufen. Die englische Version war sehr leicht zu lesen und solltet ihr zuerst irgendwo auf die englische Version stoßen, so nehmt diese ruhig mit ;-)



Habt ihr den Film mit Sarah Michelle Gellar als Veronika gesehen, der letzten Herbst im Kino kam?


Sonntag, 23. Januar 2011

17/01/2011 - 23/01/2011

GESEHEN | The King's Speech - seeehr zu empfehlen!
GEHÖRT | Beatles
GELESEN | A.S. Byatt - The Children's Book
GETAN | charity-shoppen
GEGESSEN | Cheeeesecake
GETRUNKEN | Tee. Unmengen.
GEDACHT | Die Zeit vergeht zu schnell.
GEFREUT | Schnäppchen gefunden =)
GEÄRGERT | ich brauche keine Kopfschmerzen am WE, okay?
GEWÜNSCHT | höheres Lesetempo (hab gerade nen 600 Seiten Buch angefangen...)
GEPLANT | mehr in Charity Shops gehen
GEKAUFT | Schallplatte & Bücher

Roly Poly, Albert Dock & Heebie Jeebies

Letztes Wochenende (14.-16. Januar) habe ich endlich mal wieder Einiges erlebt. Am Freitag bin ich mit drei Lehrerinnen der Jungenschule in unseren Wetherspoon's Pub gegangen. Die drei gehen dort eigentlich jede Woche hin, aber irgendwie war ich die Wochen davor freitags immer schon in Leeds. Um so mehr hatte ich mich diesmal auf den Freitag gefreut und wir haben dort knappe 4 Stunden mit trinken, schnacken und essen verbracht. Nach meinen Fish & Chips hatte ich noch Lust auf was Süßes und entdeckte "Jam Roly Poly" auf der Dessert-Karte. Als ich die anderen fragte, was das bedeutet, wurde mir zuversichert, dass es ein ganz leckeres, traditionelles Dessert sei. Und sie haben nicht zuviel versprochen. "Jam Roly Poly ist ein recht dicker Teig, mit Marmelade bestrichen, zusammengerollt und später mit Vanillesoße oder -eis serviert. Ich hatte meine Kamera nicht mit, aber es sah ungefähr so aus:


Samstag morgen bin ich dann sehr früh aufgestanden, denn es ging zusammen mit 7 anderen deutschen, 3 französischen und einer spanischen Sprachassistentin nach Liverpool! Während der circa 2-stündigen Autofahrt dort hin hat es aus Eimern gegossen, als wir dann aber am Youth Hostel angekommen waren, hatte es glücklicherweise aufgehört. Doch es war sehr windig! Das Hostel war okay (typisch Jugendherberge eben), aber die Mitarbeiter waren wirklich sehr nett. Als erstes sind wir dann zum Hafen gegangen, um das berühmte Albert Dock zu besichtigen. Ein paar Impressionen für euch:


witzige Mischung aus Boot und Bus - war mir aber mit 12 Pfund zu teuer....



Wir entschieden uns, das Beatles Museum für den nächsten Tag aufzuheben um stattdessen erstmal die anderen Museen am Hafen zu besuchen. Wir haben uns aufgeteilt, denn es gab verschiedene Museen zu sehen und natürlich hatte jeder andere Interessen. Das Maritime Museum war interessant, aber es gab Unmengen zu lesen...Besonders interessant fand ich den Titanic-Raum. Der Heimathafen der berühmten Titanic war nämlich Liverpool.


Titanic-Raum

Das Slavery Museum war auch sehr beeindruckend. Die Tate Modern in Liverpool habe ich dann nicht mehr geschafft. Dort kann man hauptsächlich Skulpturen sehen.

Nach den Museen hatten wir alle erstmal genug Input und sind ins Stadtzentrum gegangen. Liverpools Architektur ist eine seltsame Mischung aus Dokumentation prachtvollen Zeiten (als es noch sehr wichtige Hafenstadt war) und zerfallenen Häusern (aus der Zeit danach). Weil Liverpool 2008 Kulturhauptstadt Europas war, konnten dann viele alte Gebäude renoviert werden. Ein paar Eindrücke:




Dann sind wir noch in die Mathew Street gegangen - dort wo der berühmte Cavern CLUB ist, in dem die Beatles häufig aufgetreten sind. Als wir dort waren, hat gerade eine Beatles-Coverband gespielt. Die Atmosphäre war super...fast alle haben mitgesungen, auf allen Backsteinen in dem Keller konnte man Unterschriften von Leuten lesen, die sich dort unbedingt verewigen wollten....und auf der anderen Straßenseite ein zweiter Cavern PUB mit Original-Instrumenten der Fab Four und außerdem die berühmte Brick wall. Auf jedem Backstein war der Name einer Band eingraviert, die im Cavern Club gespielt hat. Wow! Fazit: Wer Liverpool besucht, sollte auf jeden Fall auch die Mathew Street besuchen!




Nach einer großen Portion Pasta im Hostel sind wir dann los, um ein bisschen das Nachtleben zu genießen. Das Heebie Jeebies hat mir da gut gefallen - kein Eintritt, kein offizieller Dresscode, cooles Design, großer Laden, Mischung aus Pub und Club. Und gute Musik! Auch hier war das Beatles-Flair zu spüren, es kam circa alle 10 Minuten ein Beatles-Song oder Beatles-Coversong.

Am Sonntag sind wir dann nach einer etwas kürzeren Nacht in das Beatles Museum ("The Beatles Story") gegangen. Im Gegensatz zu den Museen vom Vortag (und den meisten britischen Museen) war dieses aber nicht kostenlos. Aber weil wir a) unsere Studentenausweise dabei hatten und wir b) vom Youth Hostel "2 für 1"-Gutscheine bekommen hatten, haben wir statt 12,50 nur 4,50 Pfund bezahlt =).
Das Museum war wirklich toll! Es gab nen Audioguide, viele Bilder, Original-Objekte, Videos, Nachbauten von Original-Schauplätzen... Ich habe im Nachhinein vielleicht nicht unbedingt mehr über die Beatles gewusst als vorher (weil ich einfach vieles nicht behalten konnte...) aber die Atmosphäre in dem Museum war irgendwie toll und mich hat das ganze auch inspiriert und 'motiviert' wieder mehr Lieder von den Beatles zu hören.



im Yellow Submarine!

... und im Bett mit John und Yoko...

Als Abschluss unseres WE's sind wir dann noch kurz in die Shopping-Meile...ein kurzer Abstecher bei Primark und natürlich wieder was gefunden...

Ich hoffe, euch hat mein Bericht gefallen. Das Wochenende war wirklich klasse, aber ich habe auch gemerkt, dass ich sowas nicht jedes Wochenende durchziehen kann. Sonntag abend war ich ganz schön müde...zum Glück war ich so klug und hatte meinen Unterricht für Montag schon vorbereitet =). Jaja, reisen macht schon Spaß. Mal sehen, wohin es mich dann in zwei Wochen verschlägt....


Mittwoch, 19. Januar 2011

Anna Gavalda - Ich habe sie geliebt


Autorin Anna Gavalda | Genre Belletristik | Erscheinungsjahr (frz) 2002
Verlag Fischer | Seiten 176 | Preis 8,95 (TB)


Kurzbeschreibung (von fischerverlage.de):
Pierre und Chloé haben nichts gemeinsam. Chloé ist Anfang dreißig, hat zwei kleine Töchter und wurde gerade von ihrem Mann verlassen. Pierre ist Mitte sechzig, ihr Schwiegervater, und ein unsensibler, arroganter Bourgeois. So dachte sie zumindest - bis er sie und die Kinder mitnimmt ins Ferienhaus der Familie. Chloé erkennt hinter der autoritären Maske einen aufmerksamen Zuhörer und gewinnt einen Freund, der eine überraschende Lebensbeichte ablegt...

Inhalt:
Chloé war glücklich in ihrer Ehe mit Adrien und den beiden Töchtern. Doch dann verlässt ihr Mann sie und sie ist am Boden zerstört. Pierre, Adriens Vater und demnach Chloés Schwiegervater, kann die Situation nicht mit ansehen und nimmt Chloé und die Töchter in das alte Landhaus der Familie um sie auf andere Gedanken zu bringen.
Die Stimmung in dem alten kalten Hause ist nicht die beste. Die Töchter Lucie und Marion kommen zwar einigermaßen mit der neuen Situation zurecht, aber für Chloé ist der Bruch zu ihrem alten Leben zu stark. Sie muss oft weinen und der Alltag kostet alle Anstrengung. Ihr bisher sehr schweigsamer Schwiegervater bemüht sich sehr, den Haushalt in dem alten Landhaus zu organisieren. Doch Gespräche zwischen Schwiegertocher und Schwiegertocher bleiben zunächst rar.
Doch dann, eines Abends vor dem Kaminfeuer, bricht Pierre sein Schweigen. Chloé hört ihm erst nur widerwillig zu. Doch der Abend wird lang....

Rezension:
Dieser Roman kommt mit recht wenig aus: wenige Personen, wenige Handlungspunkte, wenig Spannung und damit ist er dennoch nicht langweilig - dank Gavaldas Schreibstil. So leichtfüssig und schnell wie Gavalda schreibt

>>Sei still, sei still. Laß mich erzählen. Ich muß das alles erst einmal entwirren. Das ist sehr wichtig. Ich weiß nicht, ob du mich verstehst, aber du musst mir zuhören. Ich muß jetzt an einem Faden ziehen, fragt sich nur, an welchem. Ich weiß es nicht.<< [Pierre zu Chloé, S. 60]

liest man manchmal schneller als einem lieb ist. Bei Gavaldas Büchern habe ich wie bei kaum anderen das Gefühl, dass ich mitten in der Szene stehe und am Geschehen teilnehme. Sie vermag es mit so wenigen Worten, einen glücklich oder eben traurig zu stimmen, aber immer bleibt ihr Schreibstil sehr lebhaft:

>>Ich weinte an seinem Hals und vergaß, wie unwohl er sich dabei fühlen mußte, er, der nie einen Menschen berührte. Ich weinte und dachte gelegentlich an unsere Spaghetti, die ungenießbar sein würden, wenn ich sie nicht abschreckte. Er sagte: "Na, na..." Er sagte: "Verzeihung." Er sagte auch: "Ich bin ebenso traurig wie du..." Er wußte nicht, wohin mit seinen Händen.<< [S. 55]

Man merkt als Leser jedoch, dass Gavalda in diesem frühen Werk noch nicht so ausgereift schreibt wie sie es später zeigt. Das Buch gerät für mich persönlich ein wenig ins Ungleichgewicht, weil der erste Teil (bis circa Seite 75) noch sehr lebhaft ist, der zweite dann aber nachlässt und von Pierre's Monologen kontrolliert wird. Das Ende hat mich zunächst verwirrt, man muss ein bisschen nach der Aussage suchen.

Fazit:
Ein Buch über Liebe, Mut, Reue, Fehlentscheidungen und Gesellschaftskonformität. Typisch Gavalda, aber sehr nachdenklich stimmend. Eher kein Buch für den Sommer.

Sonntag, 16. Januar 2011

10/01/11 - 16/01/11

Diese Woche mit viel besserer Stimmung beendet - dank eines ganz tollen Nostalgie-Beatles-Wochenende in Liverpool (Bericht folgt). Da mache ich doch morgen die Arbeit mit links (hoffentlich).

Und übrigens vielen Dank für nun 100 Leser und fast 10.000 Klicks!

GESEHEN | "Pointless" - meine Lieblingsquizshow auf BBC2
GEHÖRT | Angus & Julia Stone
GELESEN | Paulo Coelho - Veronika decides to die
GETAN | Liverpool besucht - 100% Beatles-Flair!
GEGESSEN | Fish & Chips
GETRUNKEN | recht viel Shandy diese Woche (Alster!)
GEDACHT | das Leben ist gut.
GEFREUT | ganz viele neue Erinnerungen geschaffen
GEÄRGERT | Katerstimmung. ähem.
GEWÜNSCHT | ein bisschen mehr Sonne
GEPLANT | mehr Reisen.
GEKAUFT | jaaa, Liverpool hat auch nen Primark...
GEKLICKT | "böser" Animations-Kurzfilm:

Dienstag, 11. Januar 2011

Über Auszeichnungen und Lieblinge


Schon vor ein paar Tagen hat mir die liebe Betreiberin von Lesen Beflügelt den "Liebster Blog"-Award verliehen. Ich habe ja schon einmal gesagt, ich bin eigentlich nicht so der Award-Typ, weil das meist in eine Linkschlacht und Masse-statt-Klasse-Aktion ausartet. Nichts desto trotz freue ich mich natürlich, dass da jemand an mich gedacht hat ;-)

Ganz offiziell die Regeln:

Du bist getaggt worden & möchtest teilnehmen?
Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postest & die Anleitung reinkopierst (= der Text den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat & sie per Kommetar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimst & ihr den Link deines Award Posts dalassen. Danach überlegst du dir 3- 5 Lieblingsblogs, die du ebefalls in deinem Post verlinkst & die Besitzer jeweils per Kommetar – Funktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht. Liebe Bloggerinen: Das Ziel, dieser Aktion ist, dass wir unbekannte, gute Blogs an’s Licht bringen, deswegen würde ich euch bitten keine Blogs zu Posten, die ohnehin schon 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger & Leute, die zwar schon ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.



Da dieser Award unter den Buchbloggern schon recht stark seine Runde gemacht hat, möchte ich nicht nur Buchblogs erwähnen:

Katrin von Lesespuren verdient bestimmt mehr Leser! Ich mag ihre Rezensionen, ihr einfaches Design und dass sie Bücher liest, die gerade nicht auf allen Blogs gleichzeitig die Runde machen.

Fräulein Mijn Monale (mir fällt gerade auf, ich weiß ihren richtigen Namen gar nicht) betreibt auf Mijn Monale ein kreatives Sammelsurium aus Fotos, Musik, Bücherposts, Gedanken und Leben. Immer inspirierend, nie mainstream.

Und die liebe Franzi vom Kopfkino schreibt "eigentlich" nur über ihr Leben. Aber wie sie das macht (mit ganz tollen eigenen Fotos!) macht gute Laune & Lust, mehr zu unternehmen und mehr zu fotografieren. Danke Franzi!


Sonntag, 9. Januar 2011

03/01/2011 - 09/01/2011

Da bin ich also Sonntag mal wieder alleine zu Haus, habe keine Lust meinen Unterricht vorzubereiten (und es ist ja schon 20:30 h....) und lenke mich mit einem Wochenrückblick ab. Und weil mein Blog in letzter Zeit zumindest ein wenig an Bilderarmut leidet (weil ich mit dem editieren nicht hinterherkomme....) hier zu mindest ein Foto der letzten Tage:

Ich auf der alten Stadtmauer in York!

GESEHEN | mal wieder ein paar Folgen der guten alten "Big Bang Theory"
GEHÖRT | Beatles -> macht immer gute Laune und perfekt zum aufräumen ;-)
GELESEN | Anna Gavalda - Ich habe sie geliebt
GETAN | eine alte Burg besucht
GEGESSEN | selbstgemachter Flammkuchen, lecker!
GETRUNKEN | Chai Tee - mein Highlight am Nachmittag
GEDACHT | nicht schon wieder arbeiten....warum nicht noch eine Woche Ferien?
GEFREUT | Mister D. hat mich besucht
GEÄRGERT | ärgern ist zu viel gesagt....aber arbeiten ist schon doof, manchmal.
GEWÜNSCHT | hmmm...kostenlose Zugtickets zum Verreisen vielleicht?
GEKAUFT | Wallace & Gromit DVD - ich liebe diese Beiden!
GEKLICKT | ziiiiemlich viel YT diese Woche

Schon wieder ist eine Woche um. Ich weiß noch, wie ich Anfang Dezember auf meinen "Weihnachts-Urlaub" in Deutschland hingefiebert habe. Und nun hat mich schon das Alltagsleben hier in England wieder. Zum einen ist das natürlich immer erfreulich, wenn die Zeit schnell vergeht. Zum anderen will ich meine restlichen 5 Monate hier im UK natürlich auch gut nutzen! Ich sollte eigentlich unter der Woche mehr schaffen, damit ich meine Wochenenden wirklich für mich habe. Momentan rede ich mich damit heraus, dass ich ja erst wieder im UK angekommen bin und wohl noch ein paar Tage brauche für die Kultur-Umstellung. Ein bisschen Motivation und Organisationstalent ist also angesagt!
Es wird wohl wieder besser werden, wenn ich in circa zwei Wochen die anderen deutschen Sprachassistenten wiedersehe. Aber momentan habe ich doch ein wenig Heimweh, muss ich ja zugeben. Ich muss mehr reisen, dann lässt sich das leichter ertragen ;-)

Samstag, 8. Januar 2011

Challenges 2011

Nachdem ich euch im letzten Post über die What's in a Name-Challenge berichtet habe, habe ich überlegt, an welchen Challenges ich dieses Jahr vielleicht noch teilnehmen möchte. Mein SuB ist in 2010 mächtig angewachsen, da ich quasi direkt gegenüber von einem Charity-Laden gewohnt habe, der fast neue Bücher für 1€ verkauft hat......Und "weglesen" konnte ich dann nicht mehr viel in der zweiten Hälfte von 2010, weil ich natürlich kaum Bücher mit nach England nehmen konnte.
Für mich sind diese Challenges kein Druck, eher eine Motivation, ein wenig mehr zu lesen und eher meinen SuB abzubauen anstatt neue Bücher zu kaufen. Und sollte es nicht klappten, reißt einem ja auch keiner den Kopf ab ;-)

Hier alle meine Challenges für 2011:


"Lies 6 Bücher mit bestimmten Titeln in 2011" - Von dieser Challenge habe ich euch schon berichtet; ausführlich findet ihr das ganze in diesem Post.


DER SERIE HINTERHER 2011


Diese Challenge stammt von Nerolaan und HIER kommt ihr zu dem Original-Blogeintrag. Es geht bei dieser Challenge darum, Buchserien, die man mal angefangen hatte, aber nie beendet hatte, endlich zu lesen. Beziehungsweise Buchserien, die noch komplett unangefangen auf dem SuB liegen....
Dabei sollen mindestens 3 Serien beendet und mindestens 6 Bücher gelesen werden.
Da ich vor meinem Auslandsaufenthalt keine Serie mehr anfangen wollte, sieht meine Auswahl wie folgt aus:


Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier:
Rubinrot (auf dem SuB)
Saphierblau (auf dem SuB)
Smaragdgrün (noch nicht gekauft)

Die Tribute von Panem von Suzanne Collins
Tödliche Spiele (auf dem SuB)
Gefährliche Liebe (auf dem SuB)
Flammender Zorn (noch nicht gekauft)

Die Neshov-Trilogie von Anne B. Ragde
Das Lügenhaus (gelesen)
Einsiedlerkrebse (auf dem SuB)
Hitzewelle (noch nicht gekauft)



I'M IN ENGLISH - CHALLENGE
Nina von Libromanie hat sich dieses Jahr diese Challenge ausgedacht, bei der es darum geht, pro Monat in 2011 ein englischsprachiges Buch zu lesen. Macht also mindestens 12 englischsprachige Bücher. Die genauen Regeln findet ihr bei Nina (siehe Link). Ich habe mir hier natürlich noch nicht überlegt, welche Bücher das sein werden. Aber da selbst ich bei Büchern manchmal aus Faulheit die deutsche Übersetzung der englischen Originalausgabe vorziehe, ist mir diese Challenge vielleicht eine kleine Motivation ;-)



RECLAM CHALLENGE 2011

Franzi vom Bücherchaos hat sich für 2011 noch die Reclam Challenge ausgedacht. Als Literaturstudentin, die natürlich immer ein paar ungelesene Reclam Büchlein zu Hause hat, natürlich ein Muss ;-)
Hier geht es darum, 12 Reclam Bücher in 2011 zu lesen. Die Farbe ist hier bei egal, wer die Bedeutung der Farben bisher nicht kannte:

gelb = Ausgaben in deutscher Sprache
rot= Fremdsprachliche Ausgaben mit Vokabelhilfen in der jew. Fremdsprache
orange= Doppelausgabe mit Original plus dt. Übersetzung
blau = Lektüreschlüssel und Arbeitstexte für Schüler
grün = Sekundärliteratur (Erläuterungen, wissenschaftliche Essays...) auf erhöhtem Niveau (Uni)

Ein paar Reclam Bücher (s.u.) habe ich noch auf dem SuB, die restlichen 4 muss ich mir noch überlegen:


Anders, Petra (Hg.) - Texte und Materialien für den Unterricht. Slam Poetry.

Gavalda, Anna - Je voudrais que quelqu'un m'attende quelque part

Goethe, Johann Wolfgang – Die Wahlverwandschaften

Guizetti, Roswitha - Les écrivains à l'école

Kircher, Harmut (Hg.) - Fünfzig Sonnette

Perrault, Charles - La Barbe bleue et autres contes de fées

Rilke, Rainer Maria - 50 Gedichte

Schiller, Friedrich – Kabale und Liebe


Als persönliches Projekt für mich habe ich dann noch 52 Bücher in 52 Wochen in 2011 zu lesen. Da dies aber scheinbar keine "offizielle" Challenge ist und die meisten Buchblogger wohl eher die 100 Bücher anpeilen, verfolge ich dieses Projekt für mich im Stillen =)
Ich werde versuchen, euch immer am Ende des Monats auf dem Laufenden zu halten!


Freitag, 7. Januar 2011

What's in a Name - Reading Challenge

In 2010 habe ich offiziell an einer Challenge teilgenommen. Die "What's in a Name-Challenge" fand 2010 zum 3.Mal statt und weil ich sie im Gegensatz zu manch anderen Challenges recht kreativ finde, mache ich dort immer gerne mit. Die Challenge war am 31.12. vorbei, ich hab's gerade so geschafft und sie am 28.12. beendet.
Die Aufgabe war, 6 Bücher in 2010 zu lesen. Das klingt vielleicht zunächst einfach, aber die Titel der Bücher mussten bestimmte Kriterien erfüllen (der kreative Aspekt!). Hier also die Aufgaben und die Bücher, die ich dazu gelesen habe. Wenn ihr auf den Link klickt, kommt ihr zu meiner Rezension:

Lies ein Buch mit einer Art von Gewässer im Titel.
Richard Collins - The Land as Viewed from the Sea



Lies ein Buch mit einem Namen eines Ortes im Titel.
Anne B. Ragde - Berlin Poplars (dt. Das Lügenhaus)



Lies ein Buch mit einem Nahrungsmittel im Titel.
David Wagner - Vier Äpfel



Lies ein Buch mit einem musikalischen Begriff im Titel.
Sebastian Faulks - Birdsong



Lies ein Buch mit einem (Adels-) Titel im Titel.
William Golding - Lord of the Flies



Lies ein Buch mit einer Pflanze im Titel.
Eric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran







Die Challenge wird auch 2011 wieder stattfinden. Es gibt HIER einen Blog zu der Challenge (auf Englisch), wo man sich offiziell anmelden kann. Denn es gibt am Ende auch einen Büchergutschein zu gewinnen.
Für mich ist diese Challenge auch immer ein Anreiz, meinen SuB ein wenig abzubauen. Hier die neuen Kategorien für 2011 und meine bisherigen Überlegungen:


1. Ein Buch mit einer Nummer im Titel:

Nummer Sechs von Veronique Olmi (vom SuB)

2. Ein Buch mit Schmuck oder Edelstein im Titel:

Rubinrot von Kerstin Gier (jaaaa, auch vom SuB)

3. Ein Buch mit einer Größe (Größeneinheit) im Titel:

Kleine Lichter von Roger Willemsen (vom SuB)

4. Ein Buch mit Reise oder Bewegung im Titel:

Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne (vom SuB)

5. Ein Buch mit etwas Bösem im Titel: (Adjektiv: Böse, schlimm, gemein)

Böse Schafe von Katja Lange-Müller
(von der Wunschliste)

6. Ein Buch mit Lebensabschnitt im Titel:

The Children's Book von A.S. Byatt (vom SuB)


Wie findet ihr diese Challenge? Nehmt ihr auch gerne an Challenges teil?
Welche Challenges kennt ihr? (Ich überlege, an noch mehreren teilzunehmen...)

Mittwoch, 5. Januar 2011

Eric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran




AUTOR Eric-Emmanuel Schmitt | GENRE Belletristik
ERSCHEINUNGSJAHR 2001 | SPRACHE Deutsch
VERLAG Fischer | SEITEN 112 | PREIS € 7,00 (HC)



Kurzbeschreibung (von fischerverlage.de):
Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser nichts merkt. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur "der Araber an der Ecke" ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt - auch die des Glücks und des Lächelns.


Inhalt:
Der 11-jährige Moses hat nicht das einfachste Leben in der Rue Bleue in Paris: seine Mutter ist kurz nach seiner Geburt verschwunden, der unnahbare Vater vergleicht Moses dauernd mit seinem älteren Lieblings-Sohn Popol (der mit der Mutter verschwunden ist) und zu allem Überdruss muss Moses auch noch den Haushalt führen. Doch zum Glück lernt Moses eines Tages Monsieur Ibrahim kennen. Dieser kommt auch aus der Rue Bleue, führt dort einen Tante-Emma-Laden, und ist für alle nur "der Araber von der Ecke". Dieser lebenskluge, alte Mann erklärt Moses nicht nur die Geheimnisse des Alltags, sondern entführt in auch in eine wundersame Welt...


Rezension:
Ein wirklich einladendes kleines Büchlein! Das Buch kommt mit schönem gezeichneten Cover und recht großen Schriftbild daher. Schmitt hat es geschafft, mit recht wenigen Handgriffen zwei tolle Charaktere zu schaffen, die einem von Anfang an sympathisch sind. Die Erzählung schildert die Geschehnisse aus Moses' Sicht und meiner Meinung nach hat Schmitt den Erzähltstil dementsprechend ausgerichtet. Sehr einfach, zum Teil aber auch leicht philosophisch, erklärt Monsieur Ibrahim Moses (den er übrigens nur Momo nennt, weil ihm Moses zu inhaltsschwanger ist...) seine Sicht auf die Dinge in der Welt. Dies ist für den Leser teilweise zum Nachdenken, teilweise zum Schmunzeln. Die Handlung ist hierbei nicht besonders kompliziert, aber auch nicht vorausschaubar.
Natürlich dreht sich das Buch auch um den Koran. Was genau mit "Blumen des Koran" gemeint ist, wird nicht explizit erklärt, aber meiner Meinung nach könnte es eine Anspielung auf die Deutungsfreiheit des Korans sein. Monsieur Ibrahims Religion ist nämlich der Sufismus, eine mystische Richtung des Islam. Es wird nicht explizit auf den Koran eingegangen, aber Monsieur Ibrahim entgegnet Moses oft, dass er "weiß, was in [s]einem Koran steht." Moses jüdischer Hintergrund wird in dem Buch auch kurz erwähnt.


Ehrlich gesagt, nachdem ich den Film schon kannte, war ich von dem Buch ein wenig überrascht / enttäuscht. Und dies liegt nicht an der Handlung oder den Dialogen, den die wurden 1-1 in den Film übertragen, sondern am Schreibstil. Ich habe gelesen, dass diese Erzählung erst ein Theaterstück war und dann umgeschrieben wurde - vielleicht erklärt dies den verknappten Stil. Das Buch enthält nicht viele beschreibende Passagen, die einem die Umgebung der Protagonisten erklären. Wer also 'wenig' Fantasie hat, dem wird dieses Buch vielleicht zu konstruiert erscheinen.
Meine Empfehlung also (und das schockiert mich selbst:) Erst den Film gucken, dann das Buch lesen. Wenn man die schönen Bilder aus dem Film noch im Kopf hat, macht hier das Lesen vielleicht mehr Spaß - zumindest mir ging es so!


Fazit:
Ein kurzweiliges Büchlein, welches uns anhand zweier sympathischer Protagonisten die Glaubensrichtung des Islam näher bringen möchte. Für mich aber eher generell eine Art Anleitung zum glücklichen Leben.


William Golding - Lord of the Flies




AUTOR William Golding | GENRE Belletristik / Klassiker / Fabel
ERSCHEINUNGSJAHR 1954 | SPRACHE Englisch
VERLAG Faber & Faber | SEITEN 272 | PREIS € 9,20


Die deutsche Taschenbuch-Ausgabe hat 288 Seiten, ist im Fischer Verlag erschienen und kostet 7,95€.



Kurzbeschreibung (engl.):
A plane crashes on a desert island and the only survivors, a group of schoolboys, assemle on the beach and wait to be rescued. By day they inhabit a land of bright fantastic birds and dark blue seas, but at night their dreams are haunted by the image of a terrifying beast. As the boys' delicate sense of order fades, so their childish dreams are transformed into something more primitive, and their behaviour starts to take on a murderous, savage significance.


Kurzbeschreibung (selbst übersetzt):
Ein Flugzeug muss auf einer Insel notlanden und die einzigen Überlebenden sind eine Gruppe Schuljungen, die sich am Strand versammeln und auf Rettung warten. Am Tag leben sie in einem Paradies, bewohnt von fantastischen Vögeln und umgeben von tiefer blauer See, doch in der Nacht werden sie ihn ihren Träumen von schrecklichen Ungeheuern heimgesucht. Nach und nach verlieren die Kinder das Gefühl für Ordnung, ihre Träume werden primitiver und ihr Verhalten wird wilder und tödlicher....


Inhalt:
In nicht spezifizierter Zeit findet ein atomarer Krieg statt. Ein Flugzeug fliegt aus dem Krisengebiet, doch es fängt Feuer. Eine Art Rettungskapsel, in der sich Schuljungen befinden, wird abgesprengt und landet auf einer unbewohnten Insel....

Die 6 bis 12-jährigen Jungen müssen sich daraufhin alleine auf der Insel zurecht finden. Zunächst versuchen die älteren Jungs sich so zu verhalten, wie es wohl ihrer Meinung nach Erwachsene tun würden – sie halten eine Art demokratische Versammlung ab, wo sie diskutieren, was zu tun sei. Doch die zunächst aufgebaute Ordnung wird durch die Faszination für das Wilde und die Angst vor auf der Insel lebenden 'Ungeheuern' immer weiter ins Wanken gebracht....Besteht noch Hoffnung auf Rettung?


Rezension:
Zugegeben, vom Titel her hatte mich dieses Buch bisher nicht angesprochen. Und auch das Penguin-Cover mit der Fliege fand ich nicht besonders ansprechend. Da ich aber für eine Reading Challenge noch ein Buch mit einem Titel im Titel lesen "musste" und ich letztendlich bei Waterstone's in Leeds ein Exemplar mit einem anderen Cover gefunden hatte, so viel die Entscheidung letztendlich doch auf Lord of the Flies.
Ehrlich gesagt hatte ich von dem Buch nicht viel erwartet, hatte mich nicht über das Buch informiert und war dann doch positiv überrascht!
In 12 Kapitel schildert Golding verschiedene Phasen des Lebens und Überlebens auf der Insel, wo bei stets zwei rivalisierende Charaktere gegenüberstehen: der circa 12-jährige Ralph, der versucht die Gruppe durch klare Regeln einer Art Demokratie zusammen zu halten, und der gleichaltrige aber eher impulsive Jack, der das Leben auf der Insel eher als Abenteuer sieht. Beide sind geborene Anführer, verfolgen aber andere Ziele.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, aber eher nicht komplex. Dies verstärkt den fabel-haften Charakter des Buches. Hinzukommend erfährt man nicht den Namen aller Jungen, die sich auf der Insel befinden, oft wird nur von "Littluns" (= the little ones, die kleinen, 6-Jährigen) und "Biguns"(die älteren) gesprochen. Golding zeigt dadurch mit einfachen Mitteln, wie auf der Insel eine eigene "Gesellschaft" mit Schichten, Sprache, unterschiedlichen Aufgaben und Machtverteilung entsteht. Besonders interessant ist, dass alle Jungs vor dem Absturz eine höhere Schulbildung genossen haben.
Das Buch beinhaltet viele Dialoge und ist dadurch sehr lebendig. Gleichzeitig gibt es aber auch einige Passagen, die deutlich machen, dass Golding hier eine Fabel schreiben wollte. Der Autor schafft es, in einzelne Wörter und Phrasen so viel Interpretationspotential zu legen, dass sie dem Leser beim ersten Lesen gar nicht auffallen. Die Mischung von Fiktion und Fabel ist im Endeffekt perfekt: die Geschichte ist spannend und hat interessante Charaktere, andererseits zielt der Schreibstil und der Symbolcharakter mancher Wörter und Phrasen eindeutig auf das Genre der Fabel ab.
Die einzelnen Szenen sind nicht zu ausführlich geschildert, auch geht die Handlung eher langsam voran. Dies ist für mich aber ein positiver Punkt, da sich so dem Leser die Möglichkeit bietet, über das gerade Gelesene nachzudenken. Denn Golding wirft mit diesem Werk viele Fragen auf: Liegt Gewalt in der Natur des Menschen? Wie stark sind wir von unserer Kultur und Zivilisation geprägt? Können Kinder anderen Kindern Gewalt antun? Warum? Warum nicht? Welchen Einfluss hat unsere heutige Erziehung auf die Psyche des Menschen? Und natürlich: Ist Goldings Schilderung realitätsnah?
Ein eindrucksvolles, teilweise auch beängstigendes Buch, welches durch Wahl des Schauplatzes und der Charaktere beeindruckt. Das Symbolhafte und Fabel-hafte ist nicht zu vorherrschend, die Spannung geht für den Leser nicht verloren. (Man will ja erfahren, ob die Kinder gerettet werden.) Im Nachhinein hat aber doch der Titel gestört - der "Lord of the Flies" kommt in der Geschichte kaum vor. Auch verrät das Vorwort dieser Ausgabe zu viel von der Handlung. Und es wäre leserfreundlicher gewesen, wenn die Notizen zum Text als Fußnoten am Seitenende stünden - sofern man sich für die Notizen interessiert, nervt das ständige Umblättern ein bisschen...


Fazit:
Eine Mischung aus Fabel und Fiktion, die auf entrücktem Schauplatz die kindliche Unschuld in Frage stellt. Trotz hohen Symbolcharakters kommt die Spannung jedoch nicht zu kurz. Ein Buch, welches sich dem Leser wahrscheinlich erst nach dem zweiten Lesen verständlich macht. Da plot und Charaktere in diesem Zusammenhang wohl aber einzigartig sind – unbedingt lesen!


Anmerkung:
Wer das Buch im Original lesen möchte, sollte über gute bis sehr gute Englischkenntnisse verfügen oder sich eine Ausgabe mit Vokabelhilfen suchen, da der Schauplatz (paradiesische Insel) einige Besonderheiten an Vokabular aufweist und Goldings Schreibstil an sich auch nicht der einfachste ist. 
Die Version, die ich gelesen habe (siehe Cover), beinhaltet neben hilfreichen Erklärungen (auf Englisch) auch ein Vorwort und ein Essay von Golding zum Thema Fabel. Das Vorwort würde ich bei dieser Version allerdings hinterher lesen, da es schon recht viel verrät und außerdem ein wenig verwirrend ist.



Dienstag, 4. Januar 2011

Mein Lesejahr 2010

Wieder in England und mit etwas Verspätung kommt hier mein literarischer Rückblick für 2010. Mein persönliches Ziel, 52 Bücher zu lesen (da 52 Wochen / Jahr), habe ich gerade so geschafft. Die Reihenfolge ist chronologisch:

  1. Frank L. Baum - Der Zauberer von Oz
  2. Alfred Hitchcock - Die drei ???: Geheimnis der Särge
  3. Banana Yoshimoto - Hard-boiled, Hard Luck
  4. Thomas Mann - Buddenbrooks
  5. Banana Yoshimoto - Kitchen
  6. Christina Friedrich - Morgen muss ich fort von hier
  7. Klaus Peter Müller (Hg) - Contemporary Canadian Short Stories
  8. Benedict Wells - Becks letzter Sommer
  9. Dan Wells - Ich bin kein Serienkiller
  10. Markus Zusak - Die Bücherdiebin
  11. Heinrich von Kleist - Das Erdbeben von Chili
  12. Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt [Hörbuch]
  13. Judith Hermann - Sommerhaus, später
  14. M.Doerry / M.Verbeet (Hgg.) - Wie gut ist ihre Allgemeinbildung? Der große Spiegel-Wissenstest
  15. Anne B. Ragde - Berlin Poplars
  16. Anne Hertz - Glückskekse
  17. David Wagner - Vier Äpfel
  18. Ursula Poznanski - Erebos
  19. Joachim Seidel - HimbeerToni
  20. Henning Mankell - Wallanders erster Fall
  21. Hiromi Kawakai - Herr Nakano und die Frauen [Hörbuch]
  22. Philip Sington - Das Einsteinmädchen
  23. Jason F. Wright - Die Mittwochsbriefe
  24. Mihralie Simsek - Mein Leben. Mit 18 mein Sturz
  25. Krystyna Kuhn - Das Tal. Das Spiel.
  26. Harold Cobert - Ein Winter mit Baudelaire
  27. Christian Kracht - Faserland
  28. Francoise Dorner - Die letzte Liebe des Monsieur Armand [Hörbuch]
  29. Christina Helmis - Mein Leben. Mein Lollimädchen-Ich
  30. Petra Tessendorf - Der Wald steht schwarz und schweiget
  31. Christoph Buchwald, Silke Scheuermann - Jahrbuch der Lyrik 2007
  32. Rachel Ward - Numbers
  33. Harald Braun - Der mieseste Liebhaber der Welt
  34. Kai Meyer - Frostfeuer
  35. Dora Heldt - Urlaub mit Papa
  36. Alexander Häusser - Zeppelin!
  37. Gerd Ruebenstrunck - Arthur und die vergessenen Bücher
  38. Silke Schütze - Kleine Schiffe
  39. Delphine de Vigan - No & ich
  40. David Benedictus - Pu der Bär. Rückkehr in den Hundertsechzigmorgen-Wald
  41. Paul Grote - Der Champagner-Fonds
  42. Heinz Ohff - Gebrauchsanweisung für England
  43. Sylvia Englert - Die neue Wörterwerkstatt. Tipps für Jugendliche, die gern schreiben
  44. A. Miall & D. Milsted - The Xenophobe's Guide to the English
  45. Paulo Coelho - Brida
  46. Richard Collins - The Land as Viewed from the Sea
  47. Sebastian Faulks - Birdsong
  48. Roger Hargreaves - Mr. Happy
  49. Roger Hargreaves - Mr. Tickle
  50. Roger Hargreaves - Mr. Messy
  51. Roger Hargreaves - Mr. Bump
  52. William Golding - Lord of the Flies
  53. Cornelia Funke - Hinter verzauberten Fenstern
  54. Eric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Meine Highlights in 2010 / Top 6 (alphab. nach Titel):

Benedict Wells - Becks letzter Sommer
Thomas Mann - Buddenbrooks
Markus Zusak - Die Bücherdiebin
Ursula Poznanski - Erebos
Silke Schütze - Kleine Schiffe
David Wagner - Vier Äpfel