Montag, 21. Mai 2012

irgendwann bis jetzt.

bottles

© Cara Elea


Wege gehen, seine Ziele verlieren und das nicht einmal schlimm finden. Dem Bedürfnis eine Pause zu brauchen endlich nachgeben und daraufhin den ganzen Sonntag verschlafen. Die Sonne auf geschlossene Lider scheinen lassen und im Kopfkino verweilen. Sein Herz ausschimpfen. Die Biersorte nach Heimatgefühl auswählen. Versucht und verfehlt, die Farbe der Wolken mit Worten zu fassen. An der Entfernung kaputt gehen. Milchreis kochen und mit Absicht viel zu viel Zimt&Zucker darauf verteilen. Von einfachen deutschen Worten berührt werden. Lippen bemalen und fremden Menschen ein Lächeln schenken. Träumen, aufwachen und realisieren, dass man Gefühle nicht gänzlich ignorieren kann. Sich nachts um 3 freuen, dass man ein Fahrrad besitzt. Sich unter Menschen mischen und sich fragen, wer man ist. Den Zug verpassen und eine Stunde lang mit einem Mann auf der Bank sitzen, der mit einem Radio kuschelt und Lieder aus den 90ern hört. Sich über zufällige Begegnungen freuen und sich einreden wollen, dass das Schicksal wohlmöglich doch existiert. Der Traurigkeit das Herz öffnen und dabei nicht einmal misstrauisch werden. Menschen finden, nach denen man lange gesucht hat. Sich über Musik freuen, die für die Endlosschleife gemacht ist. Die ganze Wortesuppe im Kopf einfach nicht aufs Papier kriegen. Die Zukunft vorstellen und an der Gegenwart scheitern. 



Kommentare:

  1. Sehr schönes Gedankenkarussell.

    Lieben Gruß,
    nicki

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  2. berührt mich. erleichert von dir zu lesen. drück dich.

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  3. Oh wie schön. Du schreibst toll; hab ich sehr gerne gelesen. Und einige der Gedanken könnte ich glatt so für mich übernehmen...

    Liebst, Franzi

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  4. Ein ganz schön schweres Gedankenkarussell. Und vor allem die ersten Gedanken kenne ich zur Zeit sehr gut.
    Das Leben wirbelt einen manchmal ganz schön durcheinander. Sehr intensiv und sehr heftig.
    Das hast du wirklich gut in Worte gefasst. Ich versuche mich noch dran...

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  5. Da schließe ich mich an, schön wieder von dir zu lesen.
    Mir gefällt der ganze Text, besonders aber die letzte Zeile, das hat so etwas von immer mit dem Kopf und den Sinnen in der Zukunft zu schwirren, aber die gegenwärtigen Momente nicht zu geniessen, bzw. zu deklassieren, weil es ja noch besser und toller geht, wenn ich erst Mal ....

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  6. was auch immer es ist - es berührt mich unglaublich - hätte meine eigenen Kopfknoten, mein Gedankenwollgräul :) nicht richtiger, nicht treffender ausdrücken können. Fühle mich einfach genau genau so & es rührt mich zu Tränen es in den Worten eines anderen Menschen zu lesen. Wir kennen uns nicht, aber ich fühle mich grad weniger allein, ein Stückchen näher am Boden als sonst in letzter Zeit.. mein Vakuum hat sich ein wenig gefüllt.. Danke.

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  7. wirklich sehr schön!! Viele der Gedanken könnte ich genau so unterschreiben und es tut immer wieder gut, sie auch mal von anderen Menschen aufgeschrieben zu sehen...
    Liebe Grüße, muselmu :)

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  8. "Der Traurigkeit das Herz öffnen und dabei nicht einmal misstrauisch werden. Menschen finden, nach denen man lange gesucht hat." Schöööön! :) Grüsse aus Spanien

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