Samstag, 11. Oktober 2014

Frankfurter Buchmesse 2014

Während ein Großteil von euch sich wahrscheinlich noch auf der Messe befindet, habe ich gestern schon meinen freien Freitag genutzt, um mich ins (zum Glück noch nicht allzu große) Gewühl zu stürzen.


Da ich bis vor 10 Tagen noch gar nicht wusste, ob ich überhaupt zur Messe fahren kann, war ich dementsprechend 'schlecht' vorbereitet. Welche Autoren würden da sein? Wo gibt es spannende Vorträge? Blog-Visitenkarten? Und wieso gibt es eigentlich nicht alle Lesezelt-Termine gesammelt als PDF?

Um 10:15 war ich endlich vor Ort, sodass ich mich als erstes zur ARD Bühne auf den Weg machte, wo Roger Willemsen im Gespräch zu deinem aktuellen Buch Das Hohe Haus anzutreffen war.


In Das Hohe Haus geht es um Willemsens Erfahrung, ein Jahr lang (2013) alle Sitzungen des Parlamentes im Bundestag zu besuchen und zu reflektieren. Sehr aufschlussreich und amüsant erzählte er von seinen Erlebnissen. Dieses Buch möchte ich auf jeden Fall lesen!

Danach gings ein Stockwerk höher, um mir die Präsentation des diesjährigen Gastlandes Finnland anzuschauen. Hier in der Halle wurde der Slogan FINNLAND.COOL. auf jeden Fall sichtbar umgesetzt.


Die hellen Deckenbehänge teilten den Raum quasi in moderne Rotunden, sodass man sich als Besucher gut auf einzelne Aspekte (Kinderliteratur, Diskussionen, Lesungen, Gedichte) konzentrieren konnte.

Besonders beliebt war der Raum für "Brain Poetry". Hier konnte man seine Gehirnströme messen lassen und mithilfe eines Computerprogramms wurden diese dann in ein Gedicht transferiert.

 
In einem anderen Raum konnte man sich finnische Gedichte per Schraffur kopieren und mitnehmen. Zwei Mitarbeiter haben diese Gedichte extra für einen übersetzt.



Die Mischung aus Lesungen, Diskussionen, präsentierten Büchern und experimenteller Lyrik hat mir gut gefallen.


Jetzt habe ich definitiv Lust bekommen, mich mehr mit finnischer Literatur zu beschäftigen. Wie gut für viele Besucher, dass man direkt vor der Halle einige der vorstellten Bücher direkt kaufen konnte!


Danach brauchte ich erstmal eine kleine Stärkung um mich für Halle 3 zu wappnen. 
Da dies bereits meine dritte Buchmesse war, erkennt man mittlerweile doch vieles wieder: die Büchertürme von Piper, die riesige Bücherwand bei DroemerKnaur, das dtv-Café, die weiß-bunten Regale bei Arena.....von den größeren Verlagen ist mir nur bei Kein&Aber eine Veränderung aufgefallen: das gemütliches Wohnzimmer wurde durch eine etwas ungewöhnlichere Standgestaltung ersetzt.


Also eigentlich alles beim Alten? Jein! Natürlich gab es, abgesehen von Unmengen neuer Bücher, ein paar sich ändernde Schwerpunkte zu entdecken.

Der aufkeimende Kult um Stricknadeln, Cake Pops und DIY im Allgemeinen zeigt sich nun auch auf der Messe immer deutlicher.



Auch zeigte sich in den ausgestellten Neuerscheinungen, dass die Bibliophilen mal wieder ganz auf ihre Kosten kommen:



Neben diesen beiden Exemplaren sind auch Wörter auf Papier (Carlsen), Meine wundervolle Buchhandlung (Dumont) und Das Haus der vergessenen Bücher (Atlantik) auf meine Wunschliste gewandert.

Ein dritte Veränderung, die immer offensichtlicher wird, ist der Bereich der Social Media, Blogger Relations und auch der alternativen Veröffentlichungsmethoden.



Gerade für Blogger habe ich dieses Jahr einige Aktionen entdeckt. VORABLESEN und WASLIESTDU haben sich Schnitzeljagden ausgedacht, während sich beispielsweise die Blogger Challenge von Bastei Lübbe um eine kleine gehäkelte Hummel drehte.

Nachmittags trafen wir uns in kleiner Runde mit den Blogger Betreuern von Random House. Ich habe hier wieder einmal gemerkt, wie wichtig der Austausch untereinander ist und fand es spannend zu erfahren, wie den die 'professionelle Seite' eigentlich über uns Blogger denkt. In Zukunft möchte ich auf jeden Fall wieder häufiger an Blogger-Treffen teilnehmen, soweit es sich beruflich einrichten lässt.

Natürlich habe ich dieses Jahr auch wieder einiges an 'Material' mitgenommen, wobei ich versucht habe, mich auf Leseproben & Postkarten zu beschränken. Zwei der wunderschönen (und in Preis-Leistung einfach unschlagbaren) Notizheften von Rannenberg&Friends durften dann aber auch mit.




Fazit meiner Buchmesse 2014?
Ein Tag ist eigentlich zu kurz, wenn man Lesungen, Bloggertreffen und das Entdecken von neuen Büchern unter einen Hut bringen will (die Papeterie-Abteilung musste ich dieses Jahr zeitlich bedingt leider ausfallen lassen). In Zukunft möchte ich mich mehr mit kleineren Verlagen beschäftigen, da habe ich teilweise so tolle Bücher entdeckt, die definitiv einen größeren Leserkreis verdient hätten. Blogger werden immer präsenter, ihr Stellenwert als Presseleute ist aber immer noch fraglich. Meine Wunschliste ist gewachsen & ich habe wieder neue Motivation für das Bloggen getankt. Was will man mehr? (Gut, ein paar persönliche Kontakte zu Verlagen vielleicht, aber das wird die Zukunft zeigen.)

Hier noch ein paar weitere Impressionen meines Tages:




 Die altbekannte ullstein-Eule........ und die frische Präsentation des magellan Verlags

 Gemütliche Stimmung bei Hoffmann u. Campe / Atlantik

 Also diesen Hype habe ich irgendwie verpasst.

 Liebevolle Standgestaltung bei Bohem Press

     Die neue "Nichts"-Reihe von Groh     Permante Anwesenheit von Fitzek...


 Groh macht wie immer gute Laune (und folgt dem Trend zu Quadraten)

 Ich finde die Insel-Bücherei Reihe von Suhrkamp so hübsch! 
Sieht nur 'leider' dann so genial aus, wenn man gleich eine Vielzahl davon besitzt...



Auf auf! Nach so viel Inspiration nun ab in die Buchhandlung!

Kommentare:

  1. noch nie dort gewesen, noch nie hingewollt und nun ganz versessen drauf es beim nächsten Mal zu schaffen :-) Klingt ja alles viel spannender als ich es mir vorgestellt habe!

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  2. Ich glaube, man muss das wirklich einmal live erleben!
    Allerdings glaube ich, dass es eben nur so spannend wird, wie man sich eben auf den Messetag
    vorbereitet. Im Gewusel verpasst man nämlich schnell die besten Termine etc.
    Ich wäre am liebsten sogar noch einen zweiten Tag hingefahren, damit ich mir ein paar mehr
    Lesungen hätte gönnen können.

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