Sonntag, 15. März 2015

#serbesfragmente // Sonntagsgedanken



© binooki.com

...ich musste dieses Zitat nur ein einziges Mal lesen und wusste sofort, dass es auf mich zutrifft. Und die Tatsache, dass eine mir fremde Person diese Worte so gewählt hat, zeigt: Ich zu sein ist gar nicht so leicht.

Steh nicht so krumm da.
Frag nicht so blöd.
Benimm dich anständig am Tisch.
Stell dich nicht so an.
Also ich würde das nicht so machen.
Werd' erstmal erwachsen.

Mit diesen Sprüchen fängt es früh an: das ständige Zweifeln an den eigenen Taten. Und daraus entsteht dann eine Projektionsfläche: so will ich werden, so möchte ich handeln, so möchte ich verstanden werden. Man ist jung, man hat Energie, alle Türen stehen offen, alles scheint ist erreichbar.

Und dann kommt diese Wende, plötzlich ist man ein Vierteljahrhundert alt: nicht mehr auf der Suche, aber auch noch nicht angekommen. Man lernt: das Leben braucht Zeit. Und genauso geht es mir derweilen. Ich weiß wo ich stehe, ich weiß wo ich hin will. Aber nun auch diese neue Akzeptanz: gib dir Zeit, es kann nicht alles von jetzt auf gleich funktionieren.

Und der nächste Schritt: Auch diese Zwischen-Existenz zu akzeptieren. Zu wissen, wo man her kommt. Zu wissen, wo man hin will. Aber auch im hier und jetzt zu leben...

Hintergrund dieser Sonntagsgedanken:
Emrah Serbes (*1981) ist türkischer Schriftsteller und hat in seinem jüngsten Erzählband Fragmente Gedanken, Kurz- und Kürzestgeschichten zustammengestellt, die allesamt Momente und Erinnerungen seines Lebens wiederspiegeln. Das Werk ist ab 12. März im binooki Verlag erhältlich.

Noch bis heute läuft die #serbesfragmente Blog-Challenge von binooki, in der Blogger aufgerufen sind, sich ihre eigenen Gedanken zu den Fragmenten von Emrah Serbes zu machen. Aber auch wenn ihr keinen Blogeintrag dazu schreiben möchtet, klickt euch auf jeden Fall durch die bereitgestelle Auswahl an Fragmenten - es sind ein paar tolle Denkanregungen dabei!


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