Samstag, 6. Februar 2016

Lesemonat Januar 2016


Das Lesejahr 2016 ging für mich gleich richtig gut los. Mit 8 Büchern liege ich über meinem angepeilten Monatsziel (5 Bücher) und zum Glück war auch nur ein Flop dabei.



Maurice Sendak - Where the Wild Things are (dt. Wo die wilden Kerle wohnen)
Los ging das Jahr mit einem Bilderbuch. (Ja, irgendwie hatte ich das Bedürfnis, gleich am ersten Tag des neuen Jahres ein Buch zu beenden ;-)) Natürlich war mir das Buch ein Begriff, aber ich hatte es zuvor nie in der Hand. Die Geschichte ist zeitlos, was natürlich den Klassikerstatus begründet. Ich mochte die Zeichnungen, die natürlich heute einen gewissen Retro-Charme haben und es ist sehr bewundernswert, mit wie wenigen Worten der Autor soviel sagen kann.

Yves Grevet - NOX. Anderswo
NOX. Anderswo ist der zweite und abschließende Band einer außergewöhnlichen Dystopie von Yves Grevet, die sich durch den Fokus auf gesellschaftliche Problematiken und authentisches Worldbuilding wieder mehr auf die Ursprünge des Genres konzentriert und Abstand von den immer gleichen Liebesdreiecks-Geschichten nimmt. Für den ein oder anderen mag der Stil des Autors zu nüchern sein, ich finde diese Dystopie aber sehr lesenswert, weil sie sich wieder auf die Ursprünge des Genres besinnt und erfrischend unamerikanisch daherkommt! meine Rezension
 

Yann Krehl & Marie Sann (nach Kai Meyer) - Frostfeuer. Die sieben Pforten

Dies ist der dritte Teil der Adaption von Frostfeuer als Graphic Novel. Der Art Style passt perfekt zur Geschichte und schafft eine unfassbar tolle Atmosphäre. Der Text des originalen Jugendbuches von Kai Meyer wurde mit großer Sorgfalt adaptiert. Großes Lob an den Verlag! Mittlerweile sind die drei Bände übrigens auch in einem Sammelband erhältlich.


Sabine Schoder - Liebe ist was für Idioten wie mich 
Ein tolles Jugendbuch-Debüt welches definitiv seine Aufmerksamkeit verdient. Der Plot einer derartigen Liebesgeschichte kann zwar nicht neu erfunden werden, aber weil mich Sabine Schoders Stil so begeistert konnte, wurde ich sehr positiv überrascht. Ich bin gespannt, Sabine Schoders Weg als Autorin zu verfolgen und werde ihr nächstes Buch auf jeden Fall zur Hand nehmen!    
meine Rezension


Jay Asher - Tote Mädchen lügen nicht
Definitiv ein Jugendbuch der letzten Jahre (2009), welches man gelesen haben sollte. Und ich bin sehr froh, endlich dazu gegriffen zu haben, denn es hat mich wirklich emotional ergriffen und sehr nachdenklich gemacht. Da sich die Geschichte um Kassetten dreht, war ich sehr froh, die Audio-Version gewählt zu haben; das war der Stimmung und Atmosphäre sehr zuträglich. Mein Lieblingssprecher Robert Stadlober tut dann sein Übriges...


Lauren Oliver - Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei sagen sie
Nach Tote Mädchen lügen nicht hatte Lauren Olivers Werk natürlich eine allzu ähnliche Thematik - und im direkten Vergleich schneidet Wenn du stirbst.... leider gar nicht gut ab. Als Leser hat man keine Chance, Sympathien zur Protagonistin aufzubauen, die ersten Kapitel ziehen sich mit Belanglosigkeiten und die letztendliche Aussage der Geschichte bleibt auch eher unklar. Mit 'Delirium' werde ich der Autorin noch eine zweite Chance geben, weil der Schreibstil an sich gut war, aber warum dieses Werk hier so gute Bewertungen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar.


Selja Ahava - Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm
Dies ist das wohl zauberhafteste und lyrischte Werk, welches aktuell zum Thema 'Gedächtnisverlust' auf dem Markt ist. Die ungewöhnliche Herangehensweise der Autorin greift das Thema Gedächtnis/Erinnerungen/Identität so vielschichtig auf und gleichzeitig bleibt so viel Raum zwischen den Zeilen für eigene Gedanken. Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Geschichte so sehr berühren würde.


David Chauvel / Xavier Collette - Alice im Wunderland
Mit dieser Graphic Novel - Adaption des berühmten Klassikers hat mein Lesemonat geendet. Die Zeichnungen von Collette geben der Geschichte einen neuen, etwas düstereren Ton und distanzieren sich erfreulicherweise von der happy-go-lucky Disneyvariante. Die von Chauvelle gewählten Worte orientieren sich stark am Original (Stichwort Nonsense!) und geben der Geschichte etwas von ihrem ursprünglichen Charakter zurück. Sehr gelungen!

 

5 Bücher & 3 Hörbücher | 732 Seiten & 1183 Minuten |         ~ 1813 Seiten gesamt  

Begonnen, aber noch nicht ausgelesen und deshalb auch nicht in der Statistik habe ich die Gedichtanthologie Ode to London, den neuen Roman von Benedict Wells Vom Ende der Einsamkeit sowie Egal Wohin von Franziska Moll.
 

Wie hat eurer Lesejahr begonnen? Habt ihr eines der hier genannten Bücher schon gelesen? Und hattet ihr im Lesemonat Januar schon ein richtiges "Top-Buch" dabei?
 

Kommentare:

  1. Aaaah!
    Ich komme mir gerade mega intelligent vor, weil ich mehr als ein Buch kenne :-).
    Von "Tote Mädchen lügen nicht" war ich enttäuscht, weil ich den Grundgedanken des Romanes einfach ziemlich provokant fand.

    "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie", fand ich richtig schön, weil die Geschichte ein außergewöhnlich traurig gutes Ende nimmt.

    Robert Stadlober werde ich mir mal vormerken :-).

    Mein Lesejahr begann mit "Wenn du dich traust" von Kira Gembri, einer wirklich schönen modernen Liebesgeschichte.

    viele Grüße
    Emma

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    1. Liebe Emma,
      ja spannend, dass wir genau die beiden Hörbücher genau anders herum bewertet haben. Wahrscheinlich hat mir auch "Tote Mädchen..." besser gefallen, weil es an sich realistischer ist.
      Über Kira Gembri habe ich bisher auch schon viel Gutes gehört, vielleicht lese ich da mal rein!
      Liebe Grüße zurück!

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  2. Hallo Cara, dein hübsches Bild auf Twitter hat mich gerade so gelockt. Was für ein hübscher (Hör-)Buchstapel! (:
    Bei "Tote Mädchen lügen nicht" stimme ich dir zu 100% zu, was für ein toller Jugendthriller. Ich habe ihn 2009 gelesen, da ging ich noch regelmäßig zur Bibliothek.
    Mein Lesejahr begann reichlich japanisch und sehr erfolgreich, der Januar brachte 14 Bücher, natürlich sehr viele kurze darunter. Mein Favorit war ein englischer Klassiker: "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" von Stevenson! Genauso begeistert hat mich noch "Südlich der Grenze, westlich der Sonne" von Haruki Murakami. :3 Es waren noch keine Highlights dabei, aber auf jeden Fall sehr überzeugende Bücher.
    In den Februar ging es jetzt norwegisch und japanisch. ^-^
    Freue mich auf dein baldiges Urteil zum Benedict Wells Roman!
    Den einen Flop kannst du sicher verschmerzen.
    Einen guten Start in den Februar wünsche ich dir! (:
    LG, Sophie

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    1. Hallo liebste Sophie,
      ich glaube, als Jugendliche hätte mich "Tote Mädchen..." sogar noch mehr beeindruckt. Ich Nachhinein war mir der Monat aber ein bisschen zu jugendbuchlastig, deshalb bin ich auf den Februar schon sehr gespannt. Ich möchte wieder mehr Experimente zulassen, auch wenn sich dadurch die Anzahl der Flops erhöhen sollte...

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  3. Mein Lese-Januar:
    Sternschanze (als Taschenbuch und Hörbuch)
    Aklak, der kleine Eskimo. Das große Rennen um den Eisbärbuckel. (wunderschönes Kinderbuch!)
    Der kleine Vampir und die Frage aller Fragen (leider sehr enttäuschend)
    Das große Liederbuch von Pettersson und Findus mit CD (wunderbar)
    Die Tuchvilla (schön)
    Böses Ende (geniales Hörspiel mit Bjarne Mädel und Florian Lukas)
    Da geht noch was. Mit 65 in die Kurve (von Christine Westermann, ich mag sie)
    Wer ist eigentlich Paul? (Hörbuch, reine Zeitverschwendung)
    Sind sie nicht alle ein bisschen Paul? (ebenso)
    Reise Know-How: Nordseeküste Schleswig-Holstein (sehr guter Reiseführer)

    Rezensionen sind auf meinem Blog:
    http://die-linkshaenderin.blogspot.de/2016_01_01_archive.html

    Ich bin zufrieden. Meine Lektüre war nicht so anspruchsvoll, weil der Januar selbst schon immer so anstrengend ist.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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    1. Liebe Henriette,
      da gebe ich dir recht: weder dicke Schinken noch die anspruchsvollsten Bücher möchte ich im Januar lesen. Vielleicht war dein Monat nicht so anspruchsvoll, aber wenn ich mir deine Liste so anschaue, dann war es auf jeden Fall ein toller Mix! Die 'Tuchvilla' klingt an sich toll, aber ich habe schon seit Ewigkeiten nix historisches gelesen und weiß nicht, ob das noch was für mich ist...
      Liebe Grüße auch an Dich!

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  4. Dein Lesemonat war auf jeden Fall sehr viel erfolgreicher als meiner! Ein richtiges Highlight hatte ich leider noch nicht dabei. Von "Liebe ist was für Idioten wie mich" sind ja bisher echt alle begeistert, wird Zeit, dass ich es lese. Und dein Kommentar zu Nox macht mich sehr sehr neugierig. Mir war damals schon der erste Band aufgefallen, aber da es sich um einen französischen Autor handelt, bin ich zurückgeschreckt. Mir gehen diese Liebesdreiecke aber tierisch auf die Nerven, von daher klingt das echt ugt!

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    1. Liebe Anja,
      ja man merkt schon, dass die Franzosen anders schreiben. Aber wenn ich eine Dystopie lesen möchte, dann will ich keine Liebesgeschichte in Dystopie-Hülle haben. Von daher ist es ja für mich auch so herausgestochen. Und ich fand die Welt auch gut, weil sie mal nichts Futuristisches hat. "Liebe ist was für Idioten wie mich" solltest du definitiv bald lesen, wenn du es schon zu Hause hast ;-)

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  5. Mir geht es da wohl ähnlich wie Emma. Auch mich hat "Tote Mädchen lügen nicht" einfach nicht packen können. Ich habe es zwar nicht besonders negativ im Gedächtnis, aber ich weiß noch, dass ich anschließend doch sehr enttäuscht war, weil ich die Idee dahinter ziemlich interessant fand und mich die Umsetzung nicht überzeugen konnte. Vielleicht hätte ich die Geschichte auch lieber anhören statt lesen sollen. Robert Stadlober mochte ich beim "Rosie-Projekt" sehr gerne als Sprecher.
    "Wenn du stirbst..." konnte mich dagegen positiv überraschen. Wobei ich zugeben muss, dass mir der Einstieg in die Geschichte auch nicht leicht gefallen ist und ich gut verstehen kann, wenn man mit der Protagonistin bis zum Ende nicht warm wird. Obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich das Buch gelesen habe, kann ich mich noch gut an die doch eher unsympathische Samantha erinnern. Ich gebe gerade "Delirium" als Hörbuch eine Chance, habe aber erst die erste Stunde geschafft. ;-)
    "Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm" darf auf meine Wunschliste wandern. Das könnte mir ebenfalls gefallen. Liebe Grüße, Julia

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