Dienstag, 31. Mai 2016

Das Jahr des Taschenbuchs: Mein Buchkauf im Mai [#jdtb16]


Jetzt, wo Das Jahr des Taschenbuchs in die fünfte Runde geht, fällt es mir zunehmend schwerer, meine Auswahl zu treffen. Der Anteil an Taschenbüchern auf meiner Bücherwunschliste ist in den letzten Monaten nämlich ganz schön stark angestiegen. Leider kann ich mich aufgrund einiger vieler ungelesener Bücher nur auf ein Buch pro Monat beschränken - und dieser Kauf will eben gut überlegt sein ;-)

Als ich durch Zufall auf Instagram vor drei Tagen feststellte, dass Melanie Raabe bereits diesen Herbst ihren zweiten (!) Thriller veröffentlichen wird und ich Die Falle immer noch nicht (!) gelesen habe, war meine Auswahl für diesen Monat doch recht schnell getroffen!



Sie stellt ihm eine Falle. Aber ist er wirklich ein Mörder?

Die berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Seit elf Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Als sie im Fernsehen den Mann zu erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester umgebracht hat, versucht sie, ihm eine Falle zu stellen – Köder ist sie selbst.

Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

(Klappentext; Quelle: http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Falle/Melanie-Raabe/btb-Hardcover/e467802.rhd)

Um dieses Debüt kommt man einfach nicht herum! Ganz ehrlich: Ich habe bis heute keine einzige schlechte Meinung über dieses Buch gehört. Und wenn der Juni so stürmisch bleibt wie der Mai, dann habe ich auch gleich das perfekte Lesewetter dazu. Ich bin auf jeden Fall schon unheimlich auf die Lektüre gespannt!
 


'Das Jahr des Taschenbuchs' ist eine gemeinsame Aktion von KIELFEDER & DIE LIEBE ZU DEN BÜCHERN, um wieder mehr Aufmerksamkeit und Begeisterung für Taschenbücher zu bewirken. Jeden Monat (im Zeitraum des Jahres 2016) soll mindestens 1 Taschenbuch gekauft und darüber im Blog berichtet werden.




Montag, 30. Mai 2016

Ausgewählte Neuerscheinungen || Juni 2016


So langsam merkt man anhand der aktuellen Neuerscheinungen, dass sich der Sommer nähert - viel Herausragendes habe ich bei den Juni-Novitäten nicht gefunden. Trotzdem habe ich wieder 10 Bücher (und eigentlich doch noch ein paar mehr...) herausgesucht, die ich euch gern näher vorstellen möchte. Besonders freue ich mich diesmal über die Taschenbuch-Ausgaben von Ein Buchladen zum Verlieben sowie Die Magie der kleinen Dinge. Optisch gefällt mir auch Das Leuchten meiner Welt sehr, allerdings können mich die Stichwörter 'Briefe' und 'Familiengeheimnis' aktuell nicht mehr so sehr reizen...

Wäre für euch etwas dabei?

(sortiert nach Erscheinungsdatum)


Lucy Clarke - Das Haus, das in den Wellen verschwand (1.6.)

 
Weltreise · Freundschaft

Südsee
· Gefahr



erscheint im Piper Verlag (mehr Infos)




Amy Sackville - Reise nach Orkney (13.6.)

 
Schottland · Flitterwochen

Ungleiches Paar · Landschaft


erscheint bei Luchterhand (mehr Infos)




Nicholas Petrie - Drifter (13.6.)

 
Thriller · Kriegsveteran

Anschlagsplan · Verfolgung


erscheint bei Suhrkamp (mehr Infos)



Sophia Khan - Das Leuchten meiner Welt (13.6.)

 
Verlust · Briefe

Geheimnisse · Familiengeschichte


erscheint im Diana Verlag (mehr Infos)




Katarina Bivald - Ein Buchladen zum Verlieben (13.6.)


Brieffreundschaft · Neustart

Buchempfehlungen · Trost


erscheint neu im TB bei btb (mehr Infos)



Annette Wieners - Fuchskind (17.6.)


Krimi · Herbst

Friedhofsgärtnerin · Exkommissarin


erscheint bei Ullstein/List (mehr Infos)



Ilja Leonard Pfeijffer - Das schönste Mädchen von Genua (17.6.)

 
Exil · Träume


besseres Leben · Dichter


erscheint im Aufbau Verlag (mehr Infos)



Jessie Burton - Die Magie der kleinen Dinge (20.6.)


Amsterdam · Puppenhaus

Ehepaar · Abgründe


erscheint neu im TB bei Blanvalet (mehr Infos)


Güner Yasemin Balci - Das Mädchen und der Gotteskrieger (23.6.)

 

Reportage · Beziehung

Berlin - Türkei · Islamischer Staat


erscheint im S.Fischer Verlag (mehr Infos)
 



Doris Knecht - Wald (24.6.


im Wald · Verlust

Neuanfang · Abgelegenheit


erscheint neu im TB bei Rowohlt / rororo (mehr Infos


 

Welches Buch aus dieser Liste würde euch am meisten interessieren?


Die Bildrechte für die Cover liegen bei den genannten Verlagen:

Aufbau Verlag | Blanvalet | btb | Diana Verlag | Luchterhand | PiperRowohlt | S. Fischer Verlag | Suhrkamp | Ullstein/List





Sonntag, 29. Mai 2016

Benedict Wells - Vom Ende der Einsamkeit


Was sorgt dafür, dass ein Leben wird, wie es wird? Diese Frage, die Protagonist Jules gleich auf der dritten Seite des Romans an sich/den Leser stellt, legt den Grundstein für Benedict Wells' Betrachtungen über Schicksal, Zufall und - Einsamkeit. Ein Familienroman (oder auch nicht?), der mit klugen Beobachtungen und sprachlicher Brillance überzeugt.



Jules und seine beiden älteren Geschwister Marty und Liz verlieren bereits im Kindesalter ihre Eltern bei einem tragischen Verkehrsunfall. Obwohl alle drei nach diesem Ereignis auf das gleiche Internat geschickt werden, verändert dieses Ereignis das Verhältnis der Geschwister für immer. 

Besonders der Jüngste, der verträumte Jules, hat sehr mit der Situation zu kämpfen. Sein einziger Trost und Rückhalt ist Alva - ein stilles und besonderes Mädchen in Jules' Klasse. Doch auch diese Nähe ist nicht von Dauer, alle drei Geschwister entwickeln sich zu Einzelkämpfern. Schließlich, nach 11 Jahren ohne Nachrichten, nimmt Jules wieder Kontakt zu Alva auf. Doch können sie die verpasste Zeit wirklich nachholen?




Müsste ich diesen Roman mit einem Wort zusammenfassen, so wäre dies wohl: melancholisch. Wie die drei Geschwister mit ihrem Leben umgehen, wie sie immer wieder versuchen, das Glück zu greifen und welche Worte Benedict Wells dafür findet, das hat bei mir eine konstant melancholische Stimmung bei Lesen verursacht. Die Ausgangssituation der Erzählung - der tragische Unfall der Eltern - sowie Wells' Erzählstimme führten dazu, dass ich mir beim Lesen häufig philosophische Fragen gestellt habe. Kann man so einen Schicksalsschlag überhaupt überwinden?



Wells macht anhand des Verhaltens seiner Charaktere deutlich, wie ein einziger Moment den Verlauf eines ganzen Lebens beeinflussen kann. Und immer diese Fragen an sich selbst: An welchem Punkt wäre ich denn glücklich? Wann stellt sich diese Angst ein, sein Leben 'vergeudet' zu haben? Obwohl ich zugeben muss, dass keiner der drei Geschwister ein richtiger Sympathieträger ist, so war ich doch durch Wells' Sprache und Erzählweise und den genannten Fragen, die sich im Leser entwickeln, permanent in der Geschichte gefangen.


Die Handlung ist gut konstruiert, einzig die Episode in der Schweiz fand ich persönlich zu ausgedehnt erzählt. Bis auf einzelne Szenen zwischen Jules und Alva kommt die Geschichte um den Kitsch gut drumherum. Gerade mit den Dialogen hat mich Benedict Wells - wieder einmal - überzeugt, hinzu kamen diesmal aber auch die musikalischen und literarischen Referenzen, die sehr klug ausgewählt waren. Nick Drake und Elliot Smith - noch näher kommt man an den Inbegriff von Melancholie wohl kaum heran. 



Im gleichen Zug lässt sich hier der Titel des Romans nennen: Vom Ende der Einsamkeit. Er ist das zentrale Motiv der Erzählung, jenen Moment, auf den besonders Jules mit unbedingtem Willen hinsteuert. Doch kann dieser Moment überhaupt erreicht werden?


Was mich insgesamt fasziniert hat, war, dass meine Sympathie für diesen Roman hauptsächlich durch Sprache, Handlung und einzelne Szenen hervorgerufen wurde und nicht unbedingt durch die Charaktere selbst. Berühren konnte mich die Geschichte dennoch. Spannenderweise an jenem Punkt am meisten, an dem ich das Buch gerade beendet hatte und noch ein paar Minuten über viele Fragen nachdachte.




Ein melancholisch, nachdenklich stimmender Roman, der sich mit den großen Themen Verlust, Einsamkeit und Lebensperspektiven beschäftigt. Für manch einen mag die Grundstimmung zu melancholisch sein, mich persönlich hat aber gerade dieser Aspekt fasziniert und zum Nachdenken gebracht. Mit klugem Blick und sprachlicher Brillance zeigt Benedict Wells auf, wie sehr man von einzelnen Momenten im Leben geprägt werden kann und vergisst bei aller Melancholie letztlich nicht, dem Leser jenen Mut mitzugeben, trotz allem die schönen Momente im Leben zu finden.



AUTOR Benedict Wells | GENRE Gegenwartsliteratur
ERSCHEINUNGSJAHR 2016

VERLAG diogenes | SEITEN 368 | FORMAT Gebunden, Leineneinband

22,00 € [D] | 22,70 € [A]
ISBN: 978-3-257-06958-7

alle Fotos © The Lines Between